Daimler Truck investiert hunderte Millionen Euro in Wasserstoff-Lkw

10.09.2026 08:19 Uhr | Lesezeit: 3 min
Detailaufnahme eines Wasserstofftanks des GenH2
Wasserstoff bleibt Teil der Daimler-Planungen
©Foto: Fabian Fährmann/VerkehrsRundschau

Daimler Truck will den Ausbau der Wasserstofftechnologie im Nutzfahrzeugsektor beschleunigen. Bis Ende des Jahrzehnts plant der Hersteller Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe.

Daimler Truck setzt bei der Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs weiterhin auf eine Doppelstrategie aus batterieelektrischen und wasserstoffbasierten Antrieben. Wie Vorstandschefin Karin Rådström erklärte, will der Nutzfahrzeughersteller bis zum Ende des Jahrzehnts mehrere hundert Millionen Euro in die Entwicklung und Markteinführung von Wasserstoff-Lkw investieren.

Damit unterstreicht das Unternehmen seine langfristige Überzeugung, dass Wasserstoff im Schwerlastverkehr eine wichtige Rolle spielen kann.

Wasserstoff als Ergänzung zur Elektromobilität

Während viele Hersteller ihre Investitionen zunehmend auf batterieelektrische Fahrzeuge konzentrieren, hält Daimler Truck an beiden Technologien fest. Nach Unternehmensangaben gibt es insbesondere im Fernverkehr Anwendungsfälle, bei denen Wasserstoff Vorteile bieten kann.

Dazu zählen höhere Reichweiten, größere Nutzlasten sowie kurze Betankungszeiten. Gerade bei besonders anspruchsvollen Transportaufgaben sieht Daimler Truck deshalb weiterhin Potenzial für Brennstoffzellenfahrzeuge.

Infrastruktur entscheidet über den Erfolg

Nach Einschätzung des Unternehmens hängt der Markterfolg von Wasserstoff-Lkw maßgeblich vom Aufbau eines funktionierenden Ökosystems ab. Dazu gehören neben den Fahrzeugen vor allem die Produktion von Wasserstoff sowie ein flächendeckendes Tankstellennetz.

Daimler Truck arbeitet deshalb gemeinsam mit Unternehmen aus den Bereichen Energie, Industrie und Transport an entsprechenden Infrastrukturprojekten. Weitere Details sollen während der IAA Transportation vorgestellt werden.

Lehren aus der Elektromobilität

Nach Angaben von Konzernchefin Karin Rådström will Daimler Truck Fehler vermeiden, die beim Hochlauf der Elektromobilität gemacht wurden. Der Aufbau von Fahrzeugen und Infrastruktur müsse möglichst parallel erfolgen, damit Kunden die Technologie tatsächlich im Alltag nutzen können.

Daher setzt das Unternehmen auf Partnerschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Kleinserie startet noch 2026

Bereits Ende dieses Jahres sollen die ersten wasserstoffbetriebenen Lkw in einer Kleinserie von 100 Fahrzeugen an Kunden ausgeliefert werden. Vorausgegangen waren umfangreiche Praxistests mit Prototypen.

Parallel dazu erweitert Daimler Truck sein Angebot batterieelektrischer Nutzfahrzeuge, die insbesondere im regionalen Verteilerverkehr und auf kürzeren Strecken eingesetzt werden.


Technologieoffener Ansatz im Schwerlastverkehr

Aus Sicht des Herstellers wird es langfristig nicht nur eine einzige Lösung für klimafreundliche Transporte geben. Vielmehr sollen batterieelektrische Fahrzeuge und Wasserstoff-Lkw unterschiedliche Einsatzprofile bedienen.

Während batterieelektrische Antriebe vor allem dort Vorteile bieten, wo eine gute Ladeinfrastruktur verfügbar ist, könnte Wasserstoff insbesondere bei langen Strecken und hohen Nutzlastanforderungen eine ergänzende Rolle übernehmen.



IAA als Bühne für die Wasserstoffstrategie

Mit den angekündigten Investitionen sendet Daimler Truck kurz vor der IAA Transportation ein deutliches Signal an den Markt. Der Hersteller sieht Wasserstoff weiterhin als wichtigen Baustein für die Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs und will die Technologie aktiv vorantreiben.

Damit bleibt der Wettbewerb zwischen Batterie- und Wasserstoffantrieben eines der zentralen Themen der Nutzfahrzeugbranche in den kommenden Jahren.


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