DSLV-Kostenindex: Stückgutkosten steigen um 4,7 Prozent

10.09.2026 10:00 Uhr | Lesezeit: 3 min
DSLV-Kostenindex: Stückgutkosten steigen um 4,7 Prozent
Der  DSLV meldet höhere Kosten im Stückgutmarkt (Symbolbild)
©Foto: ImagePulse/ AdobeStock | KI bearbeitet

Die Kosten im deutschen Stückgutmarkt sind im ersten Halbjahr 2026 erneut gestiegen. Vor allem höhere Personalkosten sowie steigende Energie- und Treibstoffpreise belasten die Sammelgutspeditionen.

Die Prozesskosten im Stückgutgeschäft haben sich im ersten Halbjahr 2026 weiter erhöht. Nach dem aktuellen Kostenindex Sammelgutspedition des DSLV Bundesverband Spedition und Logistik lagen die sendungsbezogenen Kosten durchschnittlich um 4,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Maßgeblich verantwortlich für die Entwicklung sind gestiegene Personal-, Energie- und Materialkosten.


Personalkosten bleiben größter Kostentreiber

Den größten Anteil an den Gesamtkosten haben weiterhin die Personalkosten. Sie machen mehr als die Hälfte der Prozesskosten im Stückgutgeschäft aus und stiegen im ersten Halbjahr 2026 um durchschnittlich 6,2 Prozent.

Als Ursache nennt der Verband vor allem höhere Tarifabschlüsse und gestiegene Gehälter.

Treibstoffpreise treiben Kosten nach oben

Auch die Energie- und Kraftstoffkosten entwickelten sich deutlich nach oben. Insbesondere die Preissteigerungen infolge der geopolitischen Spannungen rund um die Straße von Hormus machten sich bemerkbar.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erhöhten sich die Treibstoff- und Energiekosten um 10,7 Prozent. Obwohl sie nur rund zehn Prozent der Gesamtprozesskosten ausmachen, wirken sie sich spürbar auf den Gesamtindex aus.

Sachkosten steigen moderat

Neben Personal- und Energiekosten verteuerten sich auch verschiedene Sachkosten. Hier verzeichnet der Index einen Anstieg von 1,8 Prozent.

Die Mautkosten blieben dagegen im Vergleich zum Vorjahr weitgehend stabil und hatten nur geringe Auswirkungen auf die Gesamtentwicklung.

Palettenkosten belasten Handling zusätzlich

Besonders deutlich zeigt sich der Kostendruck bei den sogenannten Handlingskosten, die gesondert ausgewiesen werden. Diese legten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8,6 Prozent zu.

Ein wesentlicher Faktor sind die gestiegenen Preise für Ladehilfsmittel. Die Beschaffungskosten für Paletten erhöhten sich laut Auswertung im Durchschnitt um 27,3 Prozent. Hinzu kommt der wachsende organisatorische Aufwand bei Tausch- und Rückführungsprozessen.



Index basiert auf 15,9 Millionen Sendungen

Der DSLV-Kostenindex erscheint halbjährlich und gilt als wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung im Stückgutmarkt. Grundlage der aktuellen Auswertung sind die Daten von zwölf Stückgutnetzwerken und Systemlogistikern mit insgesamt 85 Standorten.

Für die Untersuchung wurden die Prozesskosten von rund 15,9 Millionen Sendungen ausgewertet.

Kostensteigerungen bleiben Herausforderung

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Sammelgutbranche weiterhin unter erheblichem Kostendruck steht. Während steigende Löhne und Energiekosten bereits seit mehreren Jahren die Kalkulationen beeinflussen, kommen zusätzliche Belastungen durch Materialkosten und logistische Zusatzaufwände hinzu.

Für Speditionen und Logistikdienstleister bleibt damit die Frage zentral, in welchem Umfang sich die höheren Kosten künftig an Kunden weitergeben lassen.

DSLV-Kostenindex für das erste Halbjahr 2026


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