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Binnenschifffahrt: Agrarhändler warnt vor Engpässen beim Frachtraum

In der Binnenschifffahrt könnten bald weitere Engpässe drohen
© Foto: Werner Dieterich/ImageBroker/picture-alliance

Weile wieder verstärkt auf die Kohleverstromung zurückgegriffen werden soll, fürchtet Agravis Raiffeisen eine verstärkte Konkurrenz um Frachtraum bei den Binnenschiffen.


Datum:
15.07.2022
Autor:
Thomas Burgert
Lesezeit: 
5 min
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Der Agrarhändler Agravis Raiffeisen hat auf weitere Engpässe in der Binnenschifffahrt hingewiesen, die sich bereits jetzt abzeichnen würden. „Die Frachträume sind schon heute knapp und sehr teuer“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Dirk Köckler. Nun würden weitere Logistikkapazitäten für den Transport von Steinkohle benötigt, nachdem der Bund entschieden habe, wegen der befürchteten Gasknappheit auch wieder verstärkt auf die Kohleverstromung zurückzugreifen.

„Damit keine Missverständnisse aufkommen: Natürlich muss in dieser noch nie dagewesenen Situation alles dafür getan werden, die Energieversorgung in Deutschland zu sichern“, sagte Köckler. Wenn die Politik aber im Einvernehmen mit den handelnden Akteuren entlang der Transportkette jetzt nichts unternehme, dann „steuern wir sehenden Auges in die nächste Krise“, sagte Köckler.

Deshalb müssten für die Binnenschifffahrt Lösungen entwickelt werden, die auch die berechtigten Interessen der Agrar- und Ernährungswirtschaft berücksichtigen. Nachdem die Kohletransporte auf den Binnengewässern seit 2016 stark zurückgegangen waren, wurden zahlreiche ältere Kohleschiffe verschrottet. Parallel nahmen die Anlieferungen von landwirtschaftlichen Produkten per Schiff stark zu. Die aktuell wieder zunehmende Konkurrenz um Frachtkapazitäten führt laut Köckler als Konsequenz dazu, dass eine reduzierte Flotte vermehrt Energietransporte zu den Kohlekraftwerken übernimmt und diese Frachträume über den Preis auch bereitgestellt werden.

Mehrbedarf auf dem Agrarsektor

Zugleich ergebe sich in den nächsten Monaten ein Mehrbedarf für den Agrarsektor. „Die fehlenden Weizenexporte aus der Ukraine müssen ausgeglichen werden, und dadurch werden bis Dezember zusätzliche Transporte aus Deutschland und weiteren europäischen Nachbarländern zu den Mühlenstandorten erforderlich. Danach erntet die Südhalbkugel“, führrte Köckler aus. „Wir haben in Deutschland aber nicht genügend Frachtraum, um sowohl die Kohletransporte als auch die Agrarprodukte an ihr Ziel zu bringen.“

Deswegen müssten in einem ersten Schritt Leerfahrten unbedingt vermieden werden. Zertifizierte Schiffe aus dem Agrarsektor sollten die Möglichkeit erhalten, „als Rückfracht von den Kohlekraftwerken zu den Importhäfen oder auf Teilstrecken Nahrungs-, Futter- oder Düngemittel zu transportieren. Ansonsten bekommen wir nicht genug Nahrungsmittel in die Exporthäfen und Rohstoffe in die Futtermittelwerke in Deutschland“, forderte der Agravis-Chef. Die Politik sei gefordert, hierfür die erforderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. (tb)

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