BGL-Politikarena: Straßengüterverkehr unter Druck

27.03.2026 12:37 Uhr | Lesezeit: 3 min
BGL‑Politikarena 2026
Politikarena 2026: Güterverkehr verlangt klare Entscheidungen
© Foto: Gerhard Grünig/ VerkehrsRundschau

Bei der BGL‑Politikarena 2026 fordern Speditionen konkrete Entlastungen, Bürokratieabbau und Investitionen in die Straße.

Bei der BGL‑Politikarena 2026 in Berlin haben Unternehmer aus dem Straßengüterverkehr ihre Forderungen mit deutlichen Worten an Vertreter aus Bundesregierung, Bundestag und der Autobahn GmbH des Bundes gerichtet. Die zentrale Botschaft: Der mittelständische Straßengüterverkehr steht unter massivem wirtschaftlichem Druck und benötigt dringend konkrete Entlastungen, verlässliche Rahmenbedingungen und Investitionen in die Straßeninfrastruktur.

Hohe Kosten verschärfen Wettbewerbsdruck

Im Mittelpunkt der Gespräche standen die angespannte wirtschaftliche Lage vieler Betriebe, der notwendige Abbau bürokratischer Hürden sowie der zunehmende Fahrermangel. Hinzu kommt aus Sicht der Unternehmen eine wachsende Kostenbelastung: Anhaltend hohe Dieselpreise, die doppelte CO₂‑Belastung an Tankstelle und in der Lkw‑Maut sowie steigende Gesamtbetriebskosten verschlechtern die Wettbewerbsbedingungen im europäischen Vergleich weiter.

Finanzierungskreislauf Straße im Fokus

Ein weiterer Schwerpunkt war der Finanzierungskreislauf Straße mit Blick auf Infrastruktur und Klimaschutz. In einem Roundtable zur Infrastruktur betonte Dr. Michael Güntner von der Autobahn GmbH, dass die Instandsetzung des Straßennetzes eine der zentralen Herausforderungen bleibe. Die Unternehmerinnen und Unternehmer machten deutlich, dass leistungsfähige Straßen eine Grundvoraussetzung für funktionierende Lieferketten sind.

Klare Erwartungen an die Politik

In der anschließenden Podiumsdiskussion formulierten die Vertreter des Mittelstands ihre Erwartungen an die Politik mit Nachdruck. Gefordert wurden faire Wettbewerbsbedingungen, spürbare Entlastungen bei Kosten und Bürokratie sowie langfristig verlässliche Rahmenbedingungen für die Transformation des Straßengüterverkehrs.

„Der Straßengüterverkehr steht unter massivem wirtschaftlichem Druck. Jetzt braucht der Mittelstand politische Entscheidungen, die im betrieblichen Alltag tatsächlich wirken“, erklärte Prof. Dr. Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL).


Maut-Einnahmen konsequent reinvestieren

Der BGL erneuerte seine Forderung, die Einnahmen aus der Lkw‑Maut konsequent in den Erhalt, die Sanierung und den Ausbau der bestehenden Straßeninfrastruktur zu investieren. Dazu zählen aus Sicht des Verbands auch zusätzliche Lkw‑Stellplätze sowie die Schaffung der Voraussetzungen für eine klimafreundliche Transformation des Straßengüterverkehrs.

Zugleich sprach sich der Verband für schnell umsetzbare und praxistaugliche Maßnahmen aus, die Unternehmen tatsächlich entlasten und den Zugang zum Beruf erleichtern.



Keine weiteren Ankündigungen, sondern Entscheidungen

Die BGL‑Politikarena 2026 machte deutlich, dass der mittelständische Straßengüterverkehr von der Politik weniger Ankündigungen, sondern konkrete und zeitnahe Entscheidungen erwartet, um die wirtschaftliche Stabilität der Branche zu sichern.

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