Berufskraftfahrer: Fachkräftemangel trifft Fahrerberufe besonders hart

06.07.2026 08:38 Uhr | Lesezeit: 3 min
Lkw-Parkplatz
Symbolbild: Logistik drohen neue Engpässe bei Fahrern
© Foto: xartproduction/ AdobeStock

Der demografische Wandel verschärft den Fachkräftemangel. Besonders betroffen sind Bus- und Lkw-Fahrer, von denen viele bald in Rente gehen.

Fachkräftemangel droht sich weiter zu verschärfen

Der demografische Wandel könnte den Fachkräftemangel in Deutschland in den kommenden Jahren deutlich verstärken. Nach einer Analyse des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (Kofa) werden in den nächsten zehn bis 15 Jahren rund 4,6 Millionen Fachkräfte altersbedingt aus dem Erwerbsleben ausscheiden.

Ein Großteil davon arbeitet bereits heute in Berufen, in denen Unternehmen Schwierigkeiten haben, offene Stellen zu besetzen.

Verkehrsbranche besonders betroffen

Zu den Bereichen mit den größten Risiken zählt der Verkehrssektor. In mehreren Fahrerberufen liegt der Anteil älterer Beschäftigter bereits auf einem hohen Niveau.

Besonders deutlich zeigt sich dies im öffentlichen Nahverkehr. Dort gehört ein erheblicher Teil der Fahrerinnen und Fahrer zur Altersgruppe ab 55 Jahren. In den kommenden Jahren werden daher zehntausende Beschäftigte altersbedingt ausscheiden.

Bereits heute führen Personallücken vereinzelt zu:

  • Fahrplankürzungen,
  • Ausfällen im Linienverkehr,
  • sowie Einschränkungen im Angebot.

Auch Lkw-Fahrer gehen in großer Zahl in Rente

Vor ähnlichen Herausforderungen steht der Straßengüterverkehr. Nach Schätzungen der Studienautoren werden innerhalb der kommenden zehn bis 15 Jahre rund 200.000 Lkw-Fahrer in den Ruhestand wechseln.

Die Branche leidet bereits seit Jahren unter Nachwuchsproblemen. Der bevorstehende Generationswechsel könnte die Situation weiter verschärfen und die Suche nach qualifiziertem Fahrpersonal zusätzlich erschweren.

Bauwirtschaft ebenfalls unter Druck

Neben dem Verkehrssektor sehen die Experten auch im Bauwesen erhebliche Risiken. Zahlreiche Fach- und Führungskräfte stehen kurz vor dem Renteneintritt.

Dadurch könnten sich bestehende Personalengpässe weiter verschärfen und Auswirkungen auf:

haben.

Demografie als Hauptursache

Als wesentlichen Treiber nennen die Studienautoren die Altersstruktur der Bevölkerung. Die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer verlassen nach und nach den Arbeitsmarkt, während deutlich kleinere Generationen nachrücken.

Dadurch entsteht in vielen Branchen eine Lücke, die allein durch Nachwuchskräfte nur schwer geschlossen werden kann.

Unternehmen sollen früher reagieren

Die Experten empfehlen Unternehmen, sich frühzeitig auf die Altersabgänge vorzubereiten.

Zu den möglichen Maßnahmen zählen:

  • altersgerechte Arbeitsbedingungen,
  • flexible Arbeitszeitmodelle,
  • betriebliches Gesundheitsmanagement,
  • sowie die frühzeitige Weitergabe von Erfahrungswissen.

Ziel ist es, Beschäftigte möglichst lange im Beruf zu halten und gleichzeitig den Übergang zur nächsten Generation besser zu organisieren.

Bedeutung für Transport und Logistik

Für die Logistikbranche bestätigt die Studie eine Entwicklung, die bereits heute spürbar ist. Der Mangel an Fahrpersonal zählt zu den größten Herausforderungen des Sektors.

Die zunehmenden Ruhestände könnten:

  • Transportkapazitäten weiter verknappen,
  • Kosten erhöhen,
  • und die Stabilität von Lieferketten beeinträchtigen.

Damit wird die Gewinnung und Bindung von Fahrpersonal in den kommenden Jahren zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor für Speditionen und Logistikdienstleister.


Lenk- und Ruhezeiten im VR-Blog thematisiert

In unserem VR-Blog für Lenk- und Ruhezeiten beschäftigt sich Olaf Horwarth, Mitglied im Tachographenforum der EU-Kommission, mit Fragestellungen und Rechtsangelegenheiten rund um die wichtigen Richtlinien der Lenk- und Ruhezeiten im Straßengüterverkehr. Der Zugang zu unseren Blogs ist für Abonnenten kostenfrei. Ein unverbindliches, zwei-monatiges Kennlern-Abo können Sie gerne hier abschließen. 

Ihre Fragen und Anregungen können Sie gerne an leru@tecvia.com oder direkt an unsere Rechtsredakteurin Marie Christin Wiens schicken.


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