Digitaler Lieferschein: Branche startet Standardoffensive

07.07.2026 11:36 Uhr | Lesezeit: 3 min
Digitaler Lieferschein
Papier war gestern: Jetzt soll der digitale Lieferschein kommen - dank eines offenen Standards der Open Logistics Foundation
© Foto: Drazen/stock.adobe.com

Die Open Logistics Foundation will mit Partnern einen offenen Standard für digitale Lieferscheine entwickeln. Ziel ist ein reibungsloser Datenaustausch.

Die Open Logistics Foundation entwickelt einen offenen Standard für digitale Lieferscheine. Ziel sind weniger Datensilos und mehr Interoperabilität.

Die Open Logistics Foundation hat das Projekt „eLieferschein“ gestartet. Gemeinsam mit dem Dienstleister Markant und weiteren Mitgliedsunternehmen will die Stiftung einen offenen Standard für digitale Lieferscheine entwickeln. Ziel ist es, den Datenaustausch zwischen Unternehmen, IT-Systemen und Branchen zu vereinheitlichen und bestehende Insellösungen zu überwinden

Lieferschein ist eines der wichtigsten Dokumente im Warenverkehr

Der Lieferschein zählt zu den wichtigsten Dokumenten im Warenverkehr. Obwohl täglich Millionen Dokumente Lieferungen begleiten, existiere bislang kein einheitlicher digitaler Standard, begründet die Stiftung Open Logistics Foundation ihren Vorstoß. Stattdessen prägen proprietäre Datenformate und branchenspezifische Insellösungen die Praxis. Das erschwere den automatisierten Datenaustausch entlang der Lieferkette und bremse die Digitalisierung von Prozessen.

Ziel ist offenes Datenmodell für digitale Lieferscheine

Genau hier setzt das neue Projekt der „Working Group Electronic Transport Documents“ an. Federführend ist der Dienstleister Markant, der Unternehmen aus Handel, Industrie und Logistik mit digitalen Lösungen entlang der Wertschöpfungskette unterstützt. Gemeinsam mit weiteren Mitgliedern der Stiftung soll ein offenes Datenmodell für digitale Lieferscheine entstehen. Ergänzt werden soll es durch standardisierte Programmierschnittstellen und interoperable Komponenten.

Anders als bei einer neuen Plattform verfolgt die Initiative einen Open-Source-Ansatz. Die entwickelten Bausteine sollen kostenlos verfügbar sein und sich in bestehende Systemlandschaften integrieren lassen. Im Mittelpunkt steht die Umwandlung klassischer Dokumente in strukturierte Datensätze, die automatisiert verarbeitet werden können.

Alle Beteiligten in der Logistikkette dürfen an dem Projekt mitwirken

Das Vorhaben baut auf Erfahrungen aus dem eCMR-Projekt auf. Mit dem digitalen Frachtbrief hat die Open Logistics Foundation bereits einen offenen Standard für den Straßengüterverkehr entwickelt. Nun soll dieses Prinzip auf den Lieferschein übertragen werden, der in nahezu allen Branchen eingesetzt wird.

Die Stiftung lädt ausdrücklich Logistikdienstleister, Verlader, Versender und IT-Anbieter zur Mitarbeit ein. Je breiter die Beteiligung, desto größer seien die Chancen auf einen praxistauglichen Standard, der sich branchenübergreifend etabliert. Für Unternehmen könnte dies einen wichtigen Schritt zu effizienteren, durchgängig digitalisierten Liefer- und Verwaltungsprozessen bedeuten.

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