Die Aussichten für den deutschen Arbeitsmarkt scheinen insgesamt nicht mehr ganz so düster. Das vom Münchner Ifo-Institut erhobene Beschäftigungsbarometer stieg im Juli um 0,8 Punkte auf 93, wie die Wirtschaftsforscher mitteilen. „Der Arbeitsmarkt stabilisiert sich etwas, bleibt aber in schwierigem Fahrwasser“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. „Für eine Trendwende braucht es noch mehr wirtschaftliche Dynamik.“ Im April war das Beschäftigungsbarometer noch auf ein Mehrjahrestief gefallen. Derzeit liegt der Wert wieder auf einem vergleichbaren Niveau wie in weiten Teilen der vergangenen eineinhalb Jahre.
Industrie will weiter Stellen abbauen
Allerdings ist eine Verbesserung nicht in allen Bereichen der Wirtschaft erkennbar. In der Industrie gab das Beschäftigungsbarometer weiter nach. Dort liegt der Anteil der Unternehmen, die Jobs abbauen wollen, um 18,5 Prozentpunkte höher als der Anteil der Unternehmen, die Stellen aufbauen wollen. Damit fällt der Saldo in diesem Bereich besonders schlecht aus. Stellenabbau bleibe dort das bestimmende Thema, heißt es vom Ifo. „Nahezu alle Branchen planen mit weniger Personal. Eine positive Ausnahme sind die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen, die ihre Beschäftigung ausweiten wollen.“
Leichte Verbesserung im Handel
Auch im Handel sind die Aussichten mit einem Saldo von minus 15 Punkten schlecht. Hier hat sich das Beschäftigungsbarometer allerdings etwas verbessert. Auch bei den Dienstleistern ging es nach oben. Mit minus 2,6 Punkten ist der Saldo hier auch weit weniger negativ. „Auch hier besteht jedoch noch eine leichte Tendenz zum Stellenabbau“, heißt es vom Ifo. „Besonders zurückhaltend sind die Unternehmen im Gastgewerbe. Einen Beschäftigungsaufbau planen dagegen die Rechts- und Steuerberatungen.“ Weitgehend unverändert ist die Lage am Bau.