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A45-Sperrung: „Transport- und Nebenkosten haben sich mehr als verdoppelt“

Unmittelbar nach der Sperrung der Talbrücke Rahmende schnellten die Transportkosten in die Höhe
© Foto: picture alliance / Ralf Ibing/Snowfield Photography | Ralf ibing

Die Sperrung der A45 hat großflächige Auswirkungen, wie sehr Betriebe betroffen sind, zeigt nun eine Zusammenstellung der IHK Siegen.

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Eine Zusammenstellung von 54 Unternehmensbeispielen der IHK Siegen zeigt die Auswirkungen der Sperrung der A45 auf die Region. Die gesamte Region drohe vor diesem Hintergrund in den kommenden Jahren an Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener bei der Vorstellung der Beispiele. Es gelte nun, schleunigst dafür zu sorgen, sie im Gegenzug voranzubringen und, wo notwendig, Unterstützung einzufordern. Denn die wirtschaftlichen Folgen der Autobahnsperrung gehen weit über den Raum Lüdenscheid hinaus und betreffen auch Betriebe in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe massiv.

Schon kurze Zeit nach der Sperrung der Talbrücke Rahmende im Dezember 2021 schnellten die Transportkosten in die Höhe. Wie dramatisch dies ausfallen kann, zeigt das Beispiel des Unternehmens Röpa Römer Metallbau. Das Drolshagener Unternehmen ist häufig auf Großraumtransporte angewiesen. „Die Auslieferung von acht Containereinheiten nach Dortmund musste umgeplant werden. Es bedurfte neuer Transportgenehmigungen. Anstatt fünf mussten nunmehr neun Lkw eingesetzt werden. Für neun Fahrten verlängerte sich die Route von 70 auf 160 Kilometer. Die Transport- und Nebenkosten haben sich mehr als verdoppelt“, erklärte Geschäftsführer Volker Römer.

Brauererei rechnet mit Schaden von vier Millionen Euro jährlich

Massiv betroffen ist auch die Krombacher Brauerei Bernhard Schadeberg. Für die gesamte Lieferkette hat das Unternehmen einen Schaden von vier Millionen Euro jährlich berechnet. „Wir selbst müssen von diesen Mehrkosten bis zu drei Millionen Euro jährlich tragen, da unsere Kunden aufgrund der harten Wettbewerbssituation nicht in der Lage sind, diese Mehrkosten zu verkraften“, sagte Michael Kröhl, Leiter der Krombacher-Logistik. Bereits wenige Tage nach der Sperrung habe das Unternehmen Kontakt zur DB Cargo und zur Kreisbahn Siegen-Wittgenstein aufgenommen, um ein alternatives Verkehrskonzept aufzubauen.

Zahlreiche Unternehmen kämpften mit Kostensteigerungen durch längere Fahrtstrecken und durch den zusätzlichen Einsatz von Personal und Fahrzeugen, verdeutlicht IHK-Geschäftsführer Hans-Peter Langer. „Sie stehen zum Teil in einem harten Wettbewerb. Deutliche Preissprünge drohen damit zu dauerhaften Auftragsverlusten zu führen.“ Daneben sähen sich Betriebe Lieferproblemen ausgesetzt. „Wir werden im täglichen Ablauf immer wieder damit konfrontiert, dass unsere Logistikabläufe gestört werden, da die Ver- und Entsorgung unseres Werkes aufgrund verspätet oder überhaupt nicht eintreffender Lkw nicht planmäßig funktioniert“, berichtete etwa Harald Rackel vom Unternehmen Fritz Schäfer. Die Versorgungsengpässe führten zu Störungen in den Produktionsabläufen und höheren Kosten. (tb)

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KOMMENTARE


Reinhold Paul

23.04.2022 - 20:29 Uhr

Ramedetalbrücke Mittelachse der Ramedetalbrücke unveränderbar ? Guten Tag, ja natürlich. Weiß nicht weshalb die Autobahn GmbH in Anbetracht der schrecklichen Verkehrssituation eine wahrscheinlich vor 5-10 Jahren erstellte, zeitraubende Brückenbauweise ( System Lennetalbrücke - Kastenprofil, Vorbauschnabel, Längsverschub ) hier unbedingt anwenden will. Der dort vollkommen unnötige Querverschub entfällt hier wenigstens. Obwohl jedem Bauingenieur eine schnellere Brückenbaumethode bekannt sein sollte beharrt man auf Umsetzung der Urplanung. Warum muß der vorhandene Entwurf unbedingt umgesetzt werden, wo doch schnellere Bauausführung möglich ist. Es wäre ein trauriges Dokument der Unflexibilität einer Behörde. Weshalb will man vor dem eigentlichen Brückenbau, ein weiteres Jahr nach der nun geplanten Sprengung, Baustrassen zu jeder Pfeilerreihe für Großgeräte bauen, wenn eigentlich nur zwei Pfeilerreihen neben der Altener Strasse nötig sind beim Aufbau tragfähiger seitlicher Dämme (bewehrte Erde) im Widerlagerbereich. Dann könnte man von unten nach oben bauen ohne serpentienenartigen Baustrassen. Bei dem Verzicht auf Brückenlängsverschub bei der geplanten Bauweise mit Kastenprofilen entfielen auch Montagekeller. Hat die Autobahn GmbH oder Strassen NRW vielleicht schon vor Baubeginn irgendwelche Zusagen gemacht ? Oder warum kann die vorhandene Planung nicht verworfen werden damit schnellere Ausführung erfolgen kann. Es war schon wie mehrfach berichtet sonderbar das die Stabilität der Ramedetalbrücke besser sein sollte als die der baugleichen Brücke Brunsbecke (welche bis heute noch überfahren wird). Der Neubau der ersten Brückenhälfte mit gut zwanzig Metern dauerhafter Achsverschiebung neben der Alten, könnte so mindestens ein Jahr eher beginnen. Selbst langjährige Setzungen des Dammes in cm Bereich können innerhalb von ein paar Tagen durch den Aufbau neuer Ashaltschichten ausgeglichen werden, Verkehrsstörungen dadurch wären marginal im Vergleich zum schnelleren Neubau. Bei einer Dreifeldbrücke könnte Hohlkastenvorbau mit Kraneinsatz auch vom Widerlagerbereich aus erfolgen, im mittleren längsten Überbaufeld sind auch Bogen - Stahlfachwerk usw. möglich. Gruß R. Paul Gesendet: Donnerstag, 21. April 2022 um 13:42 Uhr Von: "Ostroga, Kathrin" An: "reinhold.paul@gmx.de" Betreff: Statement zur Rahmedebrücke Hallo Herr Paul, sie haben uns ein Statement zur Rahmedebrücke bei Lüdenscheid zukommen lassen. Dafür zuerst herzlichen Dank! Wir würden ihre Vorschläge gern mit der Autobahn GmbH besprechen und einen Artikel darüber verfassen. Wäre das für sie in Ordnung? Ich freue mich über eine zeitnahe Rückmeldung. Mit freundlichen Grüßen Kathrin Ostroga


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