Hamburg: Brückenausbau über die Elbe geplant

25.02.2026 08:06 Uhr | Lesezeit: 3 min
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Rund 660 Züge passieren derzeit täglich die Brücken, die zentrale Bedeutung für den Korridor Skandinavien – Mittelmeer haben (Symbolfoto)
© Foto: Deutsche Bahn AG / Wolfgang Klee

Hamburg will die alten Eisenbahnbrücken über die Norderelbe um ein drittes Bauwerk erweitern, begonnen werden soll mit dem Bau aber erst in den 30er Jahren.

Hamburgs zentrale Eisenbahnbrücken über die Norderelbe sollen ausgetauscht und mit einem dritten Brückenbauwerk ergänzt werden. Statt bisher vier, sollen dann sechs Gleise über den Fluss führen, wie Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) zum Abschluss der Vorplanungen erklärte. Die Kosten für die Arbeiten, die im laufenden Bahnbetrieb erledigt werden sollen, bezifferte die DB-Konzernbevollmächtigte Hamburg und Schleswig-Holstein, Ute Plambeck, auf mehr als eine Milliarde Euro. Bis zur Planfeststellung rechne sie mit einer Dauer von rund fünfeinhalb Jahren. Für die Bauarbeiten seien im Anschluss sieben Jahre eingeplant.

Bedeutung für den Korridor Skandinavien – Mittelmeer

Die unter Denkmalschutz stehenden Stahlbrücken sind inzwischen 100 Jahre alt und werden derzeit pro Tag von rund 660 Zügen des Nah-, Fern- und Güterverkehrs befahren. Tjarks sagte, dass die Brücken eine große überregionale Bedeutung hätten. Über sie werde nicht nur der gesamte Nord-Süd-Bahnverkehr abgewickelt, sie dienten auch dem Korridor Skandinavien – Mittelmeer. Westlich dieser Brücken gebe es bis zur Nordsee keine weitere Eisenbahnüberführung, sagte Tjarks. Und östlich davon liege die nächste leistungsfähige Bahnbrücke über die Elbe knapp 380 Kilometer Luftlinie entfernt bei Dresden.

Brückenbau während des laufenden Bahnbetriebs

Plambeck sprach von einem sehr komplizierten Brückenbauvorhaben während des laufenden Bahnbetriebs. Aktuell sei jede Brücke rund 300 Meter lang und 24 Meter breit. Geplant sei, dass im Bereich der Freihafenelbbrücke zunächst zwei neue Eisenbahnbrücken gebaut und dann die bisherigen Bahnbrücken demontiert werden. Sind diese Arbeiten beendet, würden die neuen Brücken an die Stelle der alten geschoben und eine dritte Bahnbrücke dazu gebaut.

Kritik am Zeitplan

Der CDU-Verkehrsexperte Philipp Heißner kritisierte den Zeitplan. Dass mit dem Bau in den 30er Jahren überhaupt erst begonnen werden soll, zeige, „wie dringend die Bau- und Planungsprozesse beschleunigt werden müssen“. Die Linken montierten das Fehlen einer zweiten Elbquerung. Vor zwei Jahren habe ein Lkw-Brand unter einer Eisenbahnüberführung gereicht, um den gesamten Verkehr tagelang zum Erliegen zu bringen, sagte die Linken-Politikerin Heike Sudmann.


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