BÄKO Süd-West setzt auf vollelektrische Kühltransporte
Die Genossenschaft BÄKO Süd-West hat zwei neue batterieelektrische Kühl-Lkw in Betrieb genommen. Die Fahrzeuge basieren auf dem Mercedes-Benz eActros 400 und sind mit der vollelektrischen Transportkälteanlage TM182 von ECOOLTEC ausgestattet. Nach Angaben der Beteiligten handelt es sich um die ersten rein elektrisch angetriebenen Lkw in Deutschland, die mit der ebenfalls vollelektrischen Kühltechnik des Herstellers unterwegs sind.
Das Unternehmen sieht die Fahrzeuge nicht als Pilotprojekt, sondern als vollwertige Lösung für den täglichen Lieferbetrieb.
Komplett elektrische Kühlkette
Die Besonderheit der Fahrzeuge liegt in der vollständig elektrifizierten Ausführung. Sowohl der Antrieb als auch die Kühltechnik arbeiten ohne fossile Energieträger.
Die Kälteanlage wird über die Fahrzeugbatterie mit Energie versorgt. Gleichzeitig setzt ECOOLTEC auf natürliche Kältemittel, deren Treibhauspotenzial deutlich geringer ist als bei vielen bislang eingesetzten synthetischen Alternativen.
Damit verfolgt BÄKO Süd-West das Ziel, Transporte sowohl im Fahrbetrieb als auch bei der Kühlung emissionsärmer zu gestalten.
Alltagstauglichkeit im Verteilerverkehr
Nach Angaben des Unternehmens müssen die Fahrzeuge im täglichen Einsatz unterschiedliche Temperaturzonen bedienen und Strecken von bis zu 300 Kilometern mit zahlreichen Stopps bewältigen.
Die neuen E-Lkw übernehmen dabei dieselben Aufgaben wie konventionelle Fahrzeuge. Aus Sicht des Unternehmens zeigt dies, dass batterieelektrische Kühltransporte inzwischen auch für anspruchsvolle Anwendungen im Verteilerverkehr geeignet sein können.
Wirtschaftlichkeit spielt entscheidende Rolle
Neben Nachhaltigkeitsaspekten war für BÄKO Süd-West vor allem die Wirtschaftlichkeit ausschlaggebend. Das Unternehmen verweist auf geringere variable Betriebskosten durch:
- selbst erzeugten Strom aus Photovoltaik,
- geringeren Wartungsaufwand,
- niedrigere Energiekosten,
- sowie Mautvorteile auf bestimmten Relationen.
Nach eigener Berechnung bewegen sich die Gesamtbetriebskosten dadurch auf einem ähnlichen Niveau wie bei vergleichbaren Diesel-Lkw.
Förderprogramme unterstützen Umstieg
Zum wirtschaftlichen Konzept trugen zudem öffentliche Fördermittel bei. Sowohl die Fahrzeuge als auch Teile der Ladeinfrastruktur wurden über entsprechende Programme von Bund und Land unterstützt.
Dadurch konnte die Investitionsdifferenz gegenüber konventionellen Fahrzeugen reduziert werden.
Die BÄKO-Führung betont jedoch, dass für weitere Investitionen langfristig verlässliche Förder- und Rahmenbedingungen notwendig seien.
Ladeinfrastruktur bleibt begrenzender Faktor
Trotz positiver Erfahrungen sieht das Unternehmen weiterhin Herausforderungen beim Ausbau der Elektromobilität. Insbesondere die verfügbare Stromanschlussleistung und die Ladeinfrastruktur gelten als begrenzende Faktoren für eine vollständige Elektrifizierung größerer Flotten.
Der Betrieb nutzt bereits eigene Ladepunkte und eine Photovoltaikanlage zur Versorgung der Fahrzeuge. Für weitere E-Lkw wären jedoch zusätzliche Investitionen in die Energieversorgung notwendig.
Kompakte Kühltechnik als Vorteil
Ein wesentlicher Grund für die Wahl der ECOOLTEC-Anlage war die spezielle Bauweise. Während andere Systeme beispielsweise Ladevolumen oder Innenhöhe reduzieren können, ließ sich die TM182 laut Unternehmen ohne wesentliche Einschränkungen in das Fahrzeugkonzept integrieren.
Dadurch bleiben Nutzlast und Beladefähigkeit weitgehend erhalten – ein wichtiger Faktor im täglichen Logistikbetrieb.