Im Quotenjahr 2025 hat der Verbrauch von Biodiesel zur Beimischung deutlich zugelegt. Dagegen blieb der Einsatz von HVO hinter dem Vorjahresniveau zurück. Hintergrund ist, dass sich die THG‑Quotenverpflichtung für Mineralölunternehmen kostengünstiger mit Biodiesel innerhalb der technischen Kappungsgrenze der Dieselnorm B7 erfüllen lässt. Das geht aus aktuellen Auswertungen hervor, auf die die Union zur Förderung von Oel‑ und Proteinpflanzen (UFOP) verweist.
Gleichzeitig verzeichnete der Absatz von HVO100 als Reinkraftstoff einen spürbaren Zuwachs und gewann 2025 weiter an Bedeutung.
Biodiesel-Beimischung mit stabilem Jahresverlauf
Der Einsatz von Biodiesel zur Beimischung zeigte im Jahresverlauf monatliche Schwankungen, blieb insgesamt aber auf stabilem Niveau. Nach rund 181.400 Tonnen im Januar erreichte der Verbrauch im Februar mit 214.868 Tonnen einen vorläufigen Höchstwert. In den Folgemonaten bewegten sich die Mengen überwiegend zwischen 180.000 und 200.000 Tonnen, bevor sie im Dezember leicht auf 182.230 Tonnen zurückgingen.
Im Gesamtjahr summierte sich der Biodiesel‑Einsatz nach Angaben der Agrarmarkt Informations‑Gesellschaft (AMI) auf knapp 2,2 Millionen Tonnen – ein Plus von rund 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
HVO in der Beimischung rückläufig
Anders entwickelte sich der Einsatz von HVO zur Beimischung. Zwar wurde im März 2025 mit 24.300 Tonnen der höchste Monatswert erreicht, im weiteren Jahresverlauf rutschten die Mengen jedoch in der Regel unter 10.000 Tonnen. Der niedrigste Wert wurde im November mit 3.600 Tonnen verzeichnet.
Insgesamt belief sich der HVO‑Einsatz im Quotenjahr 2025 auf rund 118.900 Tonnen und lag damit 17 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Reinkraftstoff HVO100 gewinnt an Bedeutung
Parallel dazu stieg die Bedeutung von HVO100 als Reinkraftstoff deutlich. Nach Angaben des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wurden 2025 rund 132.700 Tonnen HVO100 abgesetzt. Biodiesel als Reinkraftstoff (B100) spielte mit rund 6.000 Tonnen dagegen weiterhin nur eine geringe Rolle.
Die UFOP sieht darin einen klaren Erfolg der Vermarktungskampagnen des Mineralölhandels, auch wenn HVO100 preislich über Biodiesel liegt.
Kompensationseffekte durch Quotenregeln
Blick auf 2026: höherer physischer Bedarf erwartet
Für das Quotenjahr 2026 rechnet die UFOP mit einem steigenden physischen Bedarf an Biokraftstoffen. Ursache sind die Anhebung der THG‑Quotenverpflichtung von 10,6 auf 12,1 Prozent sowie der rückwirkende Wegfall der Doppelanrechnung ab Januar 2026.
In welchem Umfang der THG‑Quotenhandel diesen Effekt mindern wird, ist aus Sicht der Förderunion derzeit offen.