Trailer, die Schlaglöcher melden

04.02.2026 09:14 Uhr | Lesezeit: 3 min
Projekt_Intelligente_Trailer_FH_Dortmund
Im Rahmen des Projekts wurde unter anderem ein Auflieger von Krone mit zahlreichen Sensoren ausgerüstet und auf die Straße geschickt
© Foto: FH Dortmund

Im Projekt „CargoTrailSense_AI“ hat ein Team der FH Dortmund Trailer mit Sensoren ausgestattet, die Daten liefern, die für Instandhaltung und Planung von Neubauten von Straßen genutzt werden könnten.

Lkw, die selbstständig ihre Ladung wiegen und Schlaglöcher melden – an der Fachhochschule Dortmund Realität hat im Forschungsprojekt „CargoTrailSense_AI“ ein Team um Professor Yves Rosefort eine Sensorlösung entwickelt, die nicht nur Logistikprozesse beschleunigen, sondern auch den Straßenbau entlasten soll. Das vom Bundesverkehrsministerium (BMV) geförderte Projekt habe zum Abschluss vielversprechende Daten geliefert, die „bereits das Interesse des Bundesamtes für Straßen- und Verkehrswesen geweckt haben“, so die FH Dortmund.

Trailer als rollende Messlabore

Beim Forschungsprojekt „CargoTrailSense_AI“ stattete ein Team des Fachbereichs Maschinenbau Lkw-Trailer mit einer Kombination aus Dehnungsmessstreifen, Beschleunigungssensoren und intelligenter Auswertungssoftware aus, um den Anhänger in ein „fahrendes Messlabor zu verwandeln“. In Zusammenarbeit mit Speditionen und dem Projektpartner ContiTech wurden zudem neue Luftfederbeläge mit integrierten Sensoren in verschiedenen Trailer-Modellen eingebaut und auf unterschiedlichen Routen im realen Betrieb getestet, um eine breite Datenbasis zu schaffen.

Vorteile für Speditionen

Laut der FH Dortmund erreichen die Sensoren bei der Ermittlung der Lastverteilung eine sehr hohe Genauigkeit. Im kalibrierten Trailer habe die Abweichung gegenüber der Waage „unter einem Prozent“ gelegen. Für Speditionen könne das ein entscheidender wirtschaftlicher Faktor werden, da Wartezeiten an stationären Wiege-Einrichtungen entfallen würden und die Lastverteilung kontinuierlich während der Fahrt überwacht würde. Eine Überladung – und die damit verbundenen Bußgelder – können so effektiv verhindert werden. Gleichzeitig ermöglicht das System eine vorausschauende Wartung.

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Professor Yves Rosefort lehrt am Fachbereich Maschinenbau der FH Dortmund leitete das Projekt
© Foto: FH Dortmund/Florian Freimuth

Daten zum Zustand der Fahrbahnen

Besonders interessant an den Forschungsergebnissen sei aber die Straßenzustandserfassung. Aus den Sensordaten könne das System während der Fahrt den Zustand der Straße berechnen und erreiche dank KI-Unterstützung eine Genauigkeit von 80 Prozent. In Kombination mit der Achslast-Erfassung sei es für Straßenbau von unschätzbarem Wert. Denn das System liefere nicht nur schnell Informationen über Straßenschäden, sondern liefere zugleich präzise Daten darüber, welchen realen Belastungen die Fahrbahnen ausgesetzt sind. Daten, die bei der Instandhaltung und Planung von Neubauten berücksichtigt werden könnten. Das Bundesamt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) hat bereits Interesse an den Forschungsdaten angemeldet, um darauf aufbauende Projekte zu prüfen.

Maut-Nachlässe für Speditionen

Trotz der technischen Erfolge gebe es bis zur Serienreife und Markteinführung noch einiges zu tun, betont die FH Dortmund. Damit Speditionen und Hersteller das System standardmäßig verbauen, müsse es erst einmal günstiger werden. Man diskutiere daher auch neue Finanzierungsansätze: Denkbar wären etwa Maut-Nachlässe für Speditionen, die ein solches System nutzen und die gewonnenen Zustandsdaten der Allgemeinheit zur Verfügung stellen, so die FH Dortmund.


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