Wachstum trifft auf steigenden Kostendruck
79 Prozent der Befragten erwarten, dass das Fahrzeugtransportvolumen in den kommenden fünf Jahren weiter wächst. Gleichzeitig berichten 84 Prozent von steigenden Kosten, die aktuell die größte operative Herausforderung darstellen. Dahinter folgen wachsende Effizienzanforderungen (68 Prozent) sowie schwankende Volumina (52 Prozent).
Im Vergleich zu früheren Befragungen aus den Jahren 2013, 2018 und 2023 hat sich der Kostendruck nach Angaben von INFORM weiter verschärft. Zusätzlich belasten zunehmende Netzwerkkomplexität und fehlende Transparenz die Planungsqualität und die Zuverlässigkeit der Abläufe.
Begrenzte Transparenz erschwert Planung
Ein zentrales Ergebnis der Studie: Vielen Unternehmen fehlt weiterhin der notwendige Überblick über ihre Transportnetzwerke.
- 76 Prozent beklagen unzureichende Transparenz bei Lieferzeiten und prognostizierten Ankunftszeiten (ETA).
- 68 Prozent sehen Defizite bei der Kapazitätstransparenz.
- 66 Prozent fehlt es an zuverlässigen Informationen zum Transportstatus.
Fragmentierte Daten führen laut Studie häufig zu reakiven statt proaktiven Entscheidungen, was den Koordinationsaufwand zusätzlich erhöht.
IT-Systeme unter den Erwartungen
Von Transparenz zu Entscheidungsintelligenz
Fahrzeuglogistiknetzwerke umfassen zahlreiche Akteure – von Automobilherstellern über Spediteure und Terminals bis hin zu Häfen und Händlern. Mit zunehmender Vernetzung steigt die Komplexität der Koordination deutlich. Laut INFORM reicht reine Transparenz daher nicht mehr aus.
Vielmehr geht es darum, operative Daten in fundierte Entscheidungen im gesamten Netzwerk zu überführen. Künstliche Intelligenz und Machine Learning werden dabei als zentrale Hebel gesehen. 94 Prozent der Befragten erwarten einen spürbaren Einfluss dieser Technologien auf die Branche – insbesondere zur Bewertung komplexer Szenarien und zur Entscheidungsunterstützung, nicht als Ersatz menschlicher Expertise.
Langfristiger Strukturtrend bestätigt
Die Studienreihe von INFORM seit 2013 zeigt ein klares Muster: Während die Transportvolumina wachsen, werden die operativen Rahmenbedingungen zunehmend komplexer und volatiler. Unabhängig von regional unterschiedlichen Entwicklungen bleibt der Bedarf an besseren Planungs‑ und Entscheidungsprozessen bestehen.
Die Erhebung wurde zwischen Dezember 2025 und Januar 2026 durchgeführt. Teilgenommen haben Fach‑ und Führungskräfte aus Automobilindustrie, Logistikdienstleistung, Spedition, Terminal‑ und Hafenbetrieb. 62 Prozent der Befragten stammen aus Europa, weitere aus Nordamerika, Südamerika, Asien und Afrika. 98 Prozent der Unternehmen transportieren Neufahrzeuge, 50 Prozent Gebrauchtfahrzeuge, 30 Prozent sind im Schwer‑ und Großtransport tätig.