MAN schließt Elektro‑Lücke mit neuem eTGM

13.05.2026 13:00 Uhr | Lesezeit: 3 min
Batterieelektrisch bis 33 Tonnen: MAN startet eTGM
Batterieelektrisch bis 33 Tonnen: MAN startet eTGM
© Foto: MAN Truck & Bus

Mit dem neuen eTGM erweitert MAN sein Portfolio batterieelektrischer Lkw und positioniert sich im Segment von 12 bis 16 Tonnen. Der E-Lkw bietet hohe Nutzlast, flexible Batterieoptionen und bis zu 500 Kilometer Reichweite im Verteilerverkehr.

MAN erweitert BEV-Angebot im mittleren Segment

Mit der Premiere auf der Transportmesse in Mailand komplettiert MAN sein Portfolio batterieelektrischer Lkw. Der neue eTGM schließt die bisher bestehende Lücke zwischen leichten 7,5-Tonnern und schweren 40-Tonnen-Fahrzeugen. Der Elektro-Lkw ist für den schweren Verteilerverkehr konzipiert und deckt ein Einsatzspektrum von 12 bis 16 Tonnen als Solo-Lkw sowie bis zu 33 Tonnen im Anhängerbetrieb ab.

Hohe Nutzlast und Fokus auf spezielle Anwendungen

MAN betont die vergleichsweise hohe Nutzlast des eTGM. Mit zwei Batterie-Packs sind laut Hersteller bis zu 10.600 Kilogramm Nutzlast möglich. Bei der Entwicklung standen insbesondere Anwendungen im Fokus, die bislang von anderen Herstellern nur eingeschränkt adressiert werden. Dazu zählt unter anderem der Feuerwehr- und Spezialfahrzeugbereich, in dem MAN Marktführer ist.

„Die neue mittelschwere BEV-Baureihe wurde gezielt so konzipiert, dass sie für viele Aufbauhersteller – insbesondere im Feuerwehrsegment – eine attraktive Alternative darstellt“, erklärt MAN-Vertriebsvorstand Fritz Baumann.

Effizienz als Hauptargument für Elektroantriebe

Baumann sieht batterieelektrische Antriebe langfristig klar im Vorteil – auch vor dem Hintergrund geopolitischer Entwicklungen. „Mehr als 70 Prozent der Energie kommen beim Elektroantrieb tatsächlich auf die Straße. Diese Effizienz wird weder ein Dieselmotor noch wasserstoffbasierte Antriebssysteme erreichen.“

Technik: Flexible Batteriearchitektur und bis zu 500 km Reichweite

Wie bei den schweren Baureihen eTGS und eTGX setzt MAN auch beim eTGM auf eine flexible Batterieanordnung mit variabler Anzahl von Akku-Packs.

Motorleistung: 210 kW (286 PS)

Antrieb: Zentralmotor mit automatisiertem Zweigang-Getriebe

Reichweite: bis zu 500 km (je nach Ausstattung)

Ladeleistung: bis zu 375 kW

Ladezeit: ca. 30 Minuten von 20 auf 80 Prozent (bei vier Batterie-Packs)

Die Kraftübertragung erfolgt über eine Kardanwelle auf eine konventionelle Hinterachse.

Aufbaufreundliches Fahrgestell und Komplettlösungen

Das Fahrgestell des eTGM ist „clean“ ausgeführt, sodass Aufbauhersteller keine Einschränkungen gegenüber Dieselmodellen haben. MAN bietet zudem umfassende Lösungen im Rahmen eines 360-Grad-Beratungsansatzes, darunter:

  • Kühlaufbauten mit elektrisch betriebenen Kältemaschinen (z. B. Mitsubishi, Frigoblock)
  • Anwendungen für Bau- und GaLaBau-Segment
  • Integration in bestehende Betriebsflotten

Ein Allradantrieb ist aktuell jedoch nicht vorgesehen.

Fahreindruck: Vertrautes Handling mit Elektrocharakter

In ersten Testfahrten überzeugt der eTGM durch leisen und kraftvollen Antritt, auch bei voller Beladung.

Zu den fahrdynamischen Features gehören:

  • verschiedene Fahrmodi
  • mehrere Rekuperationsstufen
  • „One-Pedal-Drive“ bis zum Stillstand

Das Fahrgefühl bleibt dank bewährtem Fahrwerk nah am konventionellen TGM, wodurch der Umstieg für Fahrer erleichtert wird.

Marktchancen hängen an der Ladeinfrastruktur

Gerade im regionalen Verteilerverkehr sieht MAN gute Marktchancen für elektrische Lkw, da sich die Ladeinfrastruktur hier einfacher realisieren lässt.

Dennoch bleibt der Ausbau entscheidend: „Wir sind darauf angewiesen, dass sowohl im öffentlichen Raum als auch auf Betriebshöfen ausreichend Ladeinfrastruktur vorhanden ist“, so Baumann.

Wirtschaftlichkeit: Break-even rückt näher

Trotz höherer Anschaffungskosten sieht MAN einen klaren Trend:

  • Sinkende Gesamtbetriebskosten
  • Mautbefreiung für E-Lkw
  • steigender Druck auf emissionsfreie Innenstädte

Diese Faktoren sorgen dafür, dass batterieelektrische Lkw zunehmend schneller den Break-even erreichen.


Lenk- und Ruhezeiten im VR-Blog thematisiert

In unserem VR-Blog für Lenk- und Ruhezeiten beschäftigt sich Olaf Horwarth, Mitglied im Tachographenforum der EU-Kommission, mit Fragestellungen und Rechtsangelegenheiten rund um die wichtigen Richtlinien der Lenk- und Ruhezeiten im Straßengüterverkehr. Der Zugang zu unseren Blogs ist für Abonnenten kostenfrei. Ein unverbindliches, zwei-monatiges Kennlern-Abo können Sie gerne hier abschließen. 

Ihre Fragen und Anregungen können Sie gerne an leru@tecvia.com oder direkt an unsere Rechtsredakteurin Marie Christin Wiens schicken.


HASHTAG


#MAN Truck & Bus

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.