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Hylane übergibt ersten Wasserstoff-Lkw

Feierliche Übergabe in Stuttgart (v.l.): Falk Schulte-Wintrop (H2 Mobility Deutschland), Maximilian Lohrer (Now GmbH), Verkehrsminister Winfried Hermann, Sara Schiffer (Hylane), Guido Kutschera (Dekra), Rainer und Stephan Unsöld (Mitea Stuttgart), Beat Hirschi (Hyundai Hydrogen Mobility)
© Foto: VerkehrsRundschau/Mareike Haus

Am Dienstag wurde der erste Wasserstoff-Serien-Lkw mit Straßenzulassung in Deutschland übergeben. Ab sofort ist der Hyundai Xcient Fuelcell für den Party- und Eventausstattungsverleih Mitea Stuttgart unterwegs.


Datum:
07.12.2022
Autor:
Mareike Haus
Lesezeit:
4 min
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Für die Projektpartner Dekra-Gruppe, Hylane, Hyundai Hydrogen Mobility und H2 Mobility Deutschland war es ein ganz besonderer Nikolaustag - schließlich konnte man in der Dekra-Zentrale in Stuttgart die Übergabe des ersten, auf Deutschlands Straßen zugelassenen Wasserstoff-Serien-Lkw feiern: einen Hyundai Xcient Fuelcell mit einer Reichweite von rund 400 Kilometern und mit Aufbau von Schmitz Cargobull.

Damit wird künftig der Stuttgarter Party- und Eventausstattungsverleih Mitea Geschirr, Stehtische oder Cateringbedarf zu seinen Kunden bringen. Das Fahrzeug wird im Pay-per-Use-Modell von Hylane, einer Tochtergesellschaft der DEVK, vermietet. Betankt wird es künftig an einer Wasserstofftankstelle im Raum Stuttgart, nur wenige Kilometer vom Firmensitz Miteas entfernt.

Vor der offiziellen Übergabe gaben die Projektpartner einen kurzen Überblick über den aktuellen Stand der Wasserstoff-Technologie im Nutzfahrzeugbereich. Beat Hirschi von Hyundai Hydrogen Mobility kann in der Schweiz bereits auf 5 Millionen von Wasserstoff-Lkw zurückgelegte Kilometer zurückblicken. Davon ist man hierzulande natürlich noch entfernt. Hirschi rechnet aber damit, über die nächste Förderperiode eine dreistellige Anzahl von Wasserstoff-Lkw auf die deutschen Straßen zu bekommen. Laut Sara Schiffer, Geschäftsführerin Hylane, plane der Nutzfahrzeugvermieter bis zum ersten Quartal 2023 mit einer Flotte von deutschlandweit 44 Fahrzeugen.

Um die Versorgung mit Wasserstoff für die Kunden sicherzustellen, kooperiert Hylane mit H2 Mobility Deutschland. Falk Schulte-Wintrop, Head of Project Development beim Wasserstofftankstellenbetreiber, kündigte einen massiven Ausbau der Wasserstofftankstellen für leichte und schwere Nutzfahrzeuge an. Dabei setze man auf 350 Bar.

Zu den größten Herausforderungen beim Markthochlauf von H2-Lkw gehören neben der noch überschaubaren Anzahl an Betankungsmöglichkeiten die derzeit noch sehr hohen Anschaffungskosten für die Fahrzeuge. Der am Dienstag übergebene Lkw kostet über eine halbe Million Euro. „Ohne die Förderung wäre das alles hier nicht möglich“, räumte Hylane-Chefin Schiffer ein. Die werde komplett an die Mieter weitergegeben. Durch das Pay-per-Use-Konzept, bei dem Mieter nur für die gefahrenen Kilometer zahlen, profitierten Hylane-Kunden gleich von zwei geminderten Risikofaktoren: dem Finanzierungs- und Technologierisiko.

Weitere Förderaufrufe in Sicht

Die Förderung wiederum wird von der NOW GmbH koordiniert, für die Maximilian Lohrer in Stuttgart vertreten war. Demnach seien im ersten KSNI-Förderaufruf rund 280 Anträge für Brennstoffzellen-Fahrzeuge bewilligt worden. Er kündigte an, dass in Bälde ein weiterer Förderaufruf folgen werde.

Winfried Hermann, Verkehrsminister Baden-Württemberg, betonte in seinem Grußwort die Dringlichkeit der Transformation des Straßengüterverkehrs und freute sich umso mehr über die „Aufbruchstimmung“ im Bereich Wasserstoff, die „mehr als überfällig“ sei. Schließlich sehen Klimaschutzgesetze mit 55-Prozent-Ziel eine massive Reduktion des CO2-Ausstoßes vor. „Im Jahr 2030 muss praktisch jede zweite Tonne in Baden-Württemberg klimaneutral transportiert werden“, verdeutlichte Hermann das Ziel. Die Brennstoffzelle sei neben Batterieelektrik und erneuerbaren Kraftstoffe eine Option auf dem Weg dahin. „Ich freue mich daher, dass es Akteure gibt, die diese Entwicklung vorantreiben“, so Hermann.

Der Verkehrsminister sprach jedoch auch die großen Herausforderungen an, die beim Hochlauf einer auf Wasserstoff basierenden Mobilität zu meistern sind. „Der Wasserstoff wird nicht aus dem Neckar geschöpft“, so Hermann. Elementar sei zudem, sich sowohl bei der Erzeugung als auch beim Import auf grünen Wasserstoff zu fokussieren.

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