Gruber Logistics testet Wasserstoff‑Lkw mit Scania

07.05.2026 13:02 Uhr | Lesezeit: 3 min
Scania bringt FCEV‑Schwerlast-Lkw in den Praxistest
Scania bringt FCEV‑Schwerlast-Lkw in den Praxistest
© Foto: Scania Trucks

Gruber Logistics und Scania starten ab Mai einen Praxistest mit einem wasserstoffbetriebenen Schwerlastfahrzeug in Italien. Ziel ist die Erprobung im Realbetrieb.

Gruber Logistics und Scania starten im Frühjahr eine Partnerschaft zur Erprobung von wasserstoffbetriebenen Schwerlastfahrzeugen im italienischen Straßengüterverkehr. Ab Mai 2026 wird erstmals ein mit Brennstoffzellentechnologie ausgestatteter Scania 40R unter realen Einsatzbedingungen in Italien unterwegs sein. Der Praxistest ist Teil des europäischen ZEFES‑Projekts, das alternative Antriebstechnologien im Schwerverkehr voranbringen soll.

Pilotprojekt für nachhaltige Antriebe

Während Scania den Schwerpunkt derzeit auf die Batterieelektrifizierung legt, verfolgt der Hersteller parallel einen technologieoffenen Ansatz, um auch Wasserstofflösungen umfassend zu bewerten. Der Einsatz von Fuel Cell Electric Vehicles (FCEV) befindet sich noch in einer frühen Entwicklungsphase und wird bislang überwiegend in Pilotprojekten getestet.

Mit dem gemeinsamen Projekt wollen Gruber Logistics und Scania einen Beitrag leisten, Italien stärker in die Entwicklung und Erprobung von Wasserstoff‑Antrieben im Schwerlastverkehr einzubinden.

Praxistest unter realen Bedingungen

Der eingesetzte Lkw wird im regulären Logistikbetrieb eingesetzt und soll Erkenntnisse zu Reichweite, Leistung, Energieverbrauch und Betankung liefern. Dabei wird der Schwerpunkt auf reale Transportanforderungen gelegt – unterstützt durch Industriepartner aus der produzierenden Wirtschaft.

Ziel ist es, frühzeitig zu erkennen, welchen Herausforderungen Logistikunternehmen beim Einsatz neuer Antriebstechnologien begegnen können und wie sich diese im Alltag bewähren.

Modulares Fahrzeugkonzept auf BEV‑Basis

Der getestete Scania 40R FCEV basiert auf einer batterieelektrischen Plattform, die um Wasserstofftanks und ein Brennstoffzellensystem ergänzt wurde. Der Wasserstoff wird dabei nicht verbrannt, sondern in der Brennstoffzelle in Strom umgewandelt, der den Elektroantrieb versorgt.

Dieses Konzept kombiniert die Vorteile beider Technologien: Die Batterie ermöglicht effizientes elektrisches Fahren, während die Brennstoffzelle die Reichweite erhöht.

Vorteile und Herausforderungen von FCEV

Im Vergleich zu reinen batterieelektrischen Fahrzeugen bieten Brennstoffzellen‑Lkw mehrere potenzielle Vorteile:

  • Größere Reichweite bei vergleichbarer Fahrzeuggröße
  • Kurze Betankungszeiten von rund 20 Minuten
  • Flexible Energieverteilung, insbesondere für komplexe oder dezentrale Logistikprozesse

Gleichzeitig stehen Infrastruktur, Energieverfügbarkeit und Systemoptimierung weiterhin im Fokus der Entwicklung.

Technische Eckdaten des Testfahrzeugs

  • Modell: Scania 40R FCEV
  • Reichweite: bis zu 850 km
  • Batteriekapazität: 416 kWh (345 kWh nutzbar)
  • Wasserstoffkapazität: 56 kg (700 bar)
  • Betankungszeit: ca. 20 Minuten
  • Gesamtgewicht: 44 Tonnen
  • Nutzlast: rund 23 Tonnen

Austausch mit der Branche geplant

Neben dem regulären Einsatz im Straßenverkehr sind Betankungs‑ und Demonstrationstests sowie die Präsentation auf Fachmessen und Konferenzen vorgesehen. Die erste öffentliche Vorstellung erfolgt auf der Transpotec 2026 in Rho bei Mailand. Weitere Präsentationen sind im Rahmen von Fachveranstaltungen in Bozen geplant.

Mit dem Pilotprojekt wollen Gruber Logistics und Scania ihre Erfahrungen frühzeitig mit der Branche teilen und Impulse für den emissionsarmen Schwerlastverkehr setzen.


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