Der Online-Modehändler Zalando wird seinen Logistikstandort in Erfurt zum Ende September schließen. Von der Entscheidung sind rund 2.700 Beschäftigte betroffen. Das teilte der DAX-Konzern mit Sitz in Berlin mit. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden derzeit über die geplanten Schritte informiert.
Hintergrund der Maßnahme ist eine strategische Neuausrichtung des europaweiten Logistiknetzwerks. Nach der Übernahme des Modehändlers About You im vergangenen Jahr passe Zalando seine Strukturen an, um Prozesse zu bündeln und effizienter aufzustellen. Die Betreibergesellschaft des Erfurter Standorts, eine Konzerntochter, wird den Betrieb zum Jahresende einstellen. Bis dahin läuft der operative Betrieb unverändert weiter.
Laut Unternehmensangaben sollen nun Gespräche mit dem Betriebsrat aufgenommen werden. Ziel sei es, einen Interessenausgleich sowie einen Sozialplan zu verhandeln, um den betroffenen Beschäftigten Perspektiven aufzuzeigen. Dies bestätigte Unternehmenssprecher Christian Schmidt.
Das Logistikzentrum in Erfurt war im Jahr 2012 eröffnet worden und gilt als einziger konzerneigener Standort dieser Größenordnung in Ostdeutschland. Weitere große Logistikzentren betreibt Zalando unter anderem in Gießen, Lahr im Schwarzwald und Mönchengladbach.
Im Zuge des geplanten Umbaus soll das Logistiknetzwerk künftig aus 14 Standorten in sieben Ländern bestehen. Mit der Neustrukturierung reagiert Zalando auf veränderte Marktbedingungen und die Integration des übernommenen Wettbewerbers.