Lager- und Logistikmarkt startet robust ins Jahr 2026

28.04.2026 08:54 Uhr | Lesezeit: 3 min
Stockbild: belebte Logistikimmobilie von innen
Symbolbild: Transport- und Logistikunternehmen treiben Flächennachfrage
© Foto: maroke/ AdobeStock

Der Markt für Lager‑ und Logistikflächen zeigt sich trotz schwacher Konjunktur stabil. Logistiker treiben die Nachfrage, während Neubauten deutlich zurückgehen.

Der deutsche Markt für Lager‑, Logistik‑ und Industrieflächen ist trotz geopolitischer Unsicherheiten und eines schwachen konjunkturellen Umfelds stabil ins Jahr 2026 gestartet. Im ersten Quartal wurden bundesweit rund 1,59 Millionen Quadratmeter umgesetzt – inklusive Eigennutzer und Vermietungen. Damit erreichte der Markt das Niveau des Vorjahres, blieb jedoch unter den langfristigen Vergleichswerten.

Gegenüber dem Fünfjahresdurchschnitt lag der Flächenumsatz um zehn Prozent, gegenüber dem Zehnjahresmittel um acht Prozent niedriger. Auch die Zahl der Vertragsabschlüsse ging leicht zurück: Mit 160 Deals wurden rund fünf Prozent weniger Transaktionen gezählt als im Vorjahresquartal.

Vermietungen legen zu, Eigennutzer verlieren an Bedeutung

Auffällig ist die Verschiebung innerhalb der Nachfrage. Während der Vermietungsumsatz im Jahresvergleich um elf Prozent zulegte, ging der Anteil der Eigennutzer deutlich zurück. Mit 244.000 Quadratmetern machten sie nur noch 15 Prozent des Gesamtumsatzes aus – ein Rückgang von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Trotz zusätzlicher Belastungen durch stark gestiegene Kraftstoffpreise, die die Logistikbranche besonders treffen, zeigt sich der Markt widerstandsfähig. Die Stabilität des Flächenumsatzes werten Marktbeobachter daher als positives Signal.

Hamburg führt die Top‑5‑Regionen an

In den fünf großen Logistikstandorten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München wurden im ersten Quartal insgesamt 419.300 Quadratmeter umgesetzt. Das ist der beste Jahresauftakt seit 2022. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Plus von 14 Prozent, liegt aber noch elf Prozent unter dem Fünfjahresdurchschnitt.

Hamburg war mit 125.400 Quadratmetern die umsatzstärkste Region und verzeichnete ein Plus von 14 Prozent. Dahinter folgen Frankfurt mit 88.300 Quadratmetern (–18 %) und Berlin mit 85.100 Quadratmetern (–3 %). Besonders dynamisch entwickelten sich Düsseldorf und München: Beide Regionen verdoppelten ihren Flächenumsatz nahezu auf 70.300 bzw. 50.200 Quadratmeter.

Transport- und Logistikunternehmen dominieren Nachfrage

Unternehmen aus den Bereichen Transport, Verkehr und Lagerhaltung waren erneut die aktivste Nutzergruppe. Sie setzten 167.400 Quadratmeter um und erreichten damit 40 Prozent Anteil am Gesamtmarkt – rund 100.000 Quadratmeter mehr als im Vorjahresquartal.

Auch Handelsunternehmen steigerten ihre Nachfrage: Mit 61.700 Quadratmetern lag der Umsatz zwölf Prozent über Vorjahr. Deutlich rückläufig entwickelte sich hingegen die Nachfrage der Industrie, deren Flächenumsatz sich auf 73.900 Quadratmeter halbierte.

Größere Abschlüsse gewinnen an Bedeutung

Parallel ist eine klare Verschiebung hin zu Großanmietungen zu beobachten. In der Größenklasse ab 10.000 Quadratmeter wurden neun Abschlüsse mit insgesamt 222.800 Quadratmetern registriert – deutlich mehr als im Vorjahr.

Zu den größten Deals zählten:

  • eine Anmietung von über 50.000 Quadratmetern durch einen Onlinehändler in Hamburg‑Allermöhe
  • rund 40.000 Quadratmeter für JD Logistics in Ludwigsfelde bei Berlin

Die durchschnittliche Abschlussgröße in diesem Segment stieg um knapp 5.000 Quadratmeter.

Flächenfertigstellungen deutlich rückläufig

Dem anhaltenden Flächenbedarf steht ein stark rückläufiges Angebot gegenüber. In den fünf Top‑Regionen wurden im ersten Quartal lediglich 85.000 Quadratmeter neue Lagerflächen fertiggestellt – rund 60 Prozent weniger als im Vorjahresquartal und 55 Prozent unter dem Fünfjahresdurchschnitt.

Etwa ein Drittel der Flächen war zur Fertigstellung noch verfügbar, 46 Prozent bereits vermietet. Derzeit befinden sich rund 620.000 Quadratmeter im Bau, davon 58 Prozent noch ohne Vorvermietung. Die größten Bauvolumina entfallen auf Berlin und Düsseldorf.

München erreicht neue Spitzenmiete

Bei den Spitzenmieten für Logistikflächen ab 5.000 Quadratmeter gab es in zwei Regionen Anpassungen nach oben. München überschritt erstmals die Marke von 11,00 Euro pro Quadratmeter. Auch in Frankfurt zog die Spitzenmiete leicht auf 8,50 Euro an. Stabil blieben die Mieten in Berlin (10,50 Euro), Düsseldorf (9,00 Euro) und Hamburg (8,50 Euro).

Außerhalb der Metropolen bleibt Logistik treibend

Außerhalb der fünf Ballungsräume wurden im ersten Quartal 1,17 Millionen Quadratmeter umgesetzt – nur vier Prozent weniger als im Vorjahr. Auch hier dominierten Unternehmen aus Transport, Verkehr und Lagerhaltung mit 42 Prozent Marktanteil.

Besonders aktiv waren unter anderem:

  • ID Logistics mit rund 67.000 Quadratmetern in Alsdorf
  • Goodcang mit knapp 65.000 Quadratmetern in Rieste (Niedersachsen)

Das Ruhrgebiet führte mit 129.500 Quadratmetern (+30 %) vor Hannover/Braunschweig und der Region Köln.


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