Jungheinrich startet schwach ins Jahr 2026

07.05.2026 10:26 Uhr | Lesezeit: 3 min
Jungheinrich Stapler in Halle
Jungheinrich musste zuletzt vor allem im Staplergeschäft Umsatzeinbußen hinnehmen
© Foto: Jungheinrich

Der Intralogistikkonzern Jungheinrich meldet für das erste Quartal 2026 einen deutlichen Ergebnisrückgang. Einmaleffekte, darunter der Streik in Lüneburg, belasteten das Ergebnis.

„Der Start in das Jahr 2026 erfüllt nicht unsere Ansprüche“, kommentierte Lars Brzoska, Vorstandsvorsitzender der Jungheinrich AG, die jüngsten Quartalszahlen des Intralogistikkonzerns.

Diese fallen mehr als durchwachsen aus: Das EBIT auf Konzernebene hat sich in den ersten drei Monaten 2026 auf 56,5 Millionen (Mio.) Euro fast halbiert. Das Konzernergebnis nach Steuern belief sich auf 26,2 Mio. Euro und lag damit ebenfalls deutlich unter dem Vorjahreswert.

Einmaleffekte und Streik belasten das Ergebnis

Neben dem „intensiven Wettbewerbsumfeld“ wirkten sich nach Konzernangaben insbesondere Einmaleffekte auf das Ergebnis aus: Hier nennt Jungheinrich unter anderem 20,5 Mio. Euro resultierend aus der Veräußerung der russischen Tochtergesellschaft sowie 4,8 Mio. Euro aus dem Streik im Werk Lüneburg.

Werk Lüneburg soll 2027 geschlossen werden

Die Jungheinrich-Produktion in Lüneburg soll zum 31. März 2027 geschlossen werden. Der Einigung mit der IG Metall über den Verbleib von Konstruktion und Administration mit 125 Stellen am Standort sowie einem Sozialplan-Paket für 160 Mitarbeitende ging ein 85-tägiger Streik voraus.

Umsatz sinkt – Auftragseingang legt zu

Der Konzernumsatz sank um 2,5 Prozent auf 1,272 Mrd. Euro. Rückläufige Umsätze im Neugeschäft im Stapler- und Lagertechnikgeschäft „Industrial Trucks & Services“ konnten demnach nur teilweise durch Zuwächse im Kundendienst kompensiert werden.

Der Auftragseingang stieg zwar um 10,8 Prozent auf 1,535 Mrd. Euro. Hier seien allerdings auch Vorzieheffekte im Zusammenhang mit Preiserhöhungen zum Tragen gekommen, wie der Bilanzmitteilung zu entnehmen ist.

Jungheinrich hält an Jahresprognose fest

An der Ende März veröffentlichten Prognose für das Geschäftsjahr 2026 hält der Jungheinrich-Vorstand unverändert fest: So wird ein Auftragseingang in einem Korridor von 5,4 bis 6,0 Mrd. Euro (2025: 5,4 Mrd. Euro) erwartet. Beim Konzernumsatz rechnet der Konzern mit 5,2 bis 5,8 Mrd. Euro (2025: 5,5 Mrd. Euro), beim EBIT mit 380 bis 450 Mio. Euro (2025: 228 Mio. Euro).

Finanzvorständin verlässt Konzern

Einen Tag vor Bekanntgabe der Quartalszahlen meldete Jungheinrich, „sich im besten Einvernehmen“ von Finanzvorständin Heike Wulff zu trennen. Wulff hatte erst zu Jahresbeginn 2026 als Nachfolgerin für Volker Hues die Verantwortung für das Ressort Finanzen übernommen. Zuvor war sie zwei Jahre lang bereits als designated CFO Mitglied des Vorstandes und verantwortete die Bereiche Accounting, Controlling, Tax und Internal Audit.

Bis zur Entscheidung über eine Nachfolge soll CEO Lars Brzoska die Verantwortung für das Finanzressort interimistisch übernehmen.

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