JLL: Nachfrage nach Logistikimmobilien zieht 2026 deutlich an

02.11.2026 14:16 Uhr | Lesezeit: 3 min
Lager, Lkw, Logistikimmobilien und Gabelstapler
Symbolbild: Lagerflächen werden knapper und teurer
©Foto: Tush Art/Stock.Adobe.com

Der deutsche Logistikflächenmarkt wächst kräftig. Vor allem große Anmietungen treiben den Umsatz, während fehlende Neubauten die Mieten steigen lassen.

Der deutsche Markt für Lager- und Logistikflächen hat in den ersten neun Monaten 2026 deutlich zugelegt. Der Flächenumsatz erreichte rund 5,36 Millionen Quadratmeter und lag damit 23 Prozent über dem Vorjahreswert von 4,36 Millionen Quadratmetern.

Auch die längerfristigen Vergleichswerte wurden übertroffen. Gegenüber dem Fünfjahresdurchschnitt beträgt das Plus zwei Prozent, gegenüber dem Zehnjahresmittel vier Prozent. Die Zahl der abgeschlossenen Verträge blieb mit 524 dagegen auf Vorjahresniveau.

Treiber des Wachstums waren vor allem größere Flächen. In der Größenklasse ab 10.000 Quadratmetern wurden 179 Verträge registriert und damit 33 mehr als im gleichen Zeitraum 2025.

Logistikdienstleister treiben Flächennachfrage

Besonders aktiv sind Unternehmen aus Transport, Verkehr und Lagerhaltung. In den fünf großen Ballungsräumen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München entfielen 605.600 Quadratmeter auf diese Nutzergruppe. Das entspricht 45 Prozent des dortigen Flächenumsatzes und einem Plus von rund 43 Prozent.

Zu den größeren Abschlüssen zählt eine rund 40.000 Quadratmeter große Anmietung von JD Logistics in Ludwigsfelde bei Berlin.

Industrieunternehmen kamen in den fünf Metropolregionen dagegen auf 341.500 Quadratmeter und damit neun Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Handel verbuchte mit 227.800 Quadratmetern ein Minus von 34 Prozent.

Frankfurt führt die großen Logistikmärkte an

Insgesamt erreichten die fünf großen Ballungsräume einen Flächenumsatz von rund 1,35 Millionen Quadratmetern und damit das Niveau des Vorjahres.

Frankfurt belegte mit 415.600 Quadratmetern und einem Plus von zwölf Prozent den ersten Platz. Es folgen Hamburg mit 279.300 Quadratmetern und Düsseldorf mit 263.000 Quadratmetern. Düsseldorf legte dabei um 58 Prozent zu.

Berlin verzeichnete mit 252.600 Quadratmetern ein Minus von 24 Prozent. In München ging der Umsatz um 21 Prozent auf 136.600 Quadratmeter zurück.


Weniger Neubauten treiben Logistikmieten

Gleichzeitig bleibt moderne Lagerfläche in den Metropolen knapp. Von Januar bis September wurden dort lediglich rund 219.000 Quadratmeter fertiggestellt und damit nur halb so viel wie im Vorjahreszeitraum.

Zum Zeitpunkt der Fertigstellung waren lediglich 70.000 Quadratmeter noch verfügbar. Mehr als die Hälfte der Flächen war bereits vermietet, weitere Flächen waren für Eigennutzer vorgesehen.

Die geringe Verfügbarkeit wirkt sich auf die Mieten aus. In Berlin erhöhte sich die Spitzenmiete für Lagerflächen ab 5.000 Quadratmetern im dritten Quartal um 4,8 Prozent auf 11 Euro je Quadratmeter und Monat. Düsseldorf verzeichnete einen Anstieg um 2,8 Prozent auf 9,25 Euro. München und Berlin bilden mit jeweils 11 Euro die Spitze.



Außerhalb der Metropolen wächst der Markt stärker

Deutlich dynamischer entwickelten sich die Regionen außerhalb der fünf großen Ballungsräume. Dort wurden in den ersten neun Monaten rund 4,02 Millionen Quadratmeter umgesetzt. Im Vorjahreszeitraum waren es 3,02 Millionen Quadratmeter.

Auch hier dominieren Transport-, Verkehrs- und Logistikunternehmen. Mit rund 1,91 Millionen Quadratmetern entfielen 48 Prozent des Flächenumsatzes auf diese Branche.

Dazu trugen zahlreiche Großanmietungen bei. Ceva Logistics mietete jeweils rund 90.000 Quadratmeter in Frankfurt (Oder) und Lich bei Gießen. Maersk sicherte sich rund 69.000 Quadratmeter in Herleshausen, ID Logistics etwa 67.000 Quadratmeter in Alsdorf und Goodcang Logistics rund 65.000 Quadratmeter in Rieste.


Chinesische Logistiker treiben Nachfrage im Ruhrgebiet

Unter den Regionen außerhalb der Metropolen liegt das Ruhrgebiet mit 487.800 Quadratmetern an der Spitze. Der Flächenumsatz stieg dort innerhalb eines Jahres um 20 Prozent.

Auffällig ist der hohe Anteil chinesischer Unternehmen. Auf sie entfielen rund 43 Prozent des Flächenumsatzes im Ruhrgebiet. Die durchschnittliche Größe dieser Anmietungen lag bei rund 14.200 Quadratmetern.

Auch andere Regionen wachsen kräftig: Hannover/Braunschweig erreichte 359.800 Quadratmeter und damit mehr als das Vierfache des Vorjahreswertes. Osnabrück/Münster steigerte seinen Umsatz um 185 Prozent auf 259.100 Quadratmeter.



Sieben Millionen Quadratmeter 2026 möglich

Für das Schlussquartal bleibt der Ausblick positiv. Sollte das vierte Quartal wie in früheren Jahren besonders umsatzstark ausfallen, könnte der bundesweite Flächenumsatz 2026 die Marke von sieben Millionen Quadratmetern überschreiten.

Dabei dürfte der Markt zweigeteilt bleiben: Die Nachfrage nach größeren, modernen Logistikflächen ist hoch, während das kurzfristig verfügbare Angebot insbesondere in den großen Ballungsräumen knapp bleibt. Für Logistikunternehmen erhöht das sowohl den Wettbewerb um geeignete Standorte als auch den Mietkostendruck.


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