Logistikflächenmarkt legt im ersten Halbjahr deutlich zu
Der deutsche Markt für Lager- und Logistikflächen hat sich im ersten Halbjahr 2026 deutlich stärker entwickelt als im Vorjahr. Nach einer Analyse von BNP Paribas Real Estate wurden bundesweit gut 3,3 Millionen Quadratmeter Lager- und Logistikfläche umgesetzt.
Damit lag das Ergebnis rund 23 Prozent über dem Vorjahreswert und zugleich leicht über dem langfristigen Durchschnitt. Besonders das zweite Quartal trug zur positiven Entwicklung bei.
Großabschlüsse treiben das Marktvolumen
Ein wesentlicher Grund für das starke Ergebnis ist die hohe Zahl großflächiger Vertragsabschlüsse. Besonders Flächen ab 20.000 Quadratmetern hatten einen großen Anteil am Gesamtumsatz.
Dieses Segment machte nach Angaben von BNP Paribas Real Estate etwa die Hälfte des gesamten Flächenumsatzes aus. Damit erreichte der Markt in dieser Größenklasse eines der stärksten Ergebnisse der vergangenen Jahre.
Logistikdienstleister bleiben wichtigste Nachfragegruppe
Die größte Nachfrage kam erneut von Logistikdienstleistern. Sie erzielten einen Marktanteil von rund 44 Prozent und waren maßgeblich an mehreren großvolumigen Abschlüssen beteiligt.
Ein wichtiger Treiber bleibt dabei die Entwicklung im E-Commerce. Viele Onlinehändler vergeben ihre Logistikprozesse zunehmend an spezialisierte Dienstleister. Besonders stark zeigt sich dieser Trend bei Unternehmen aus dem asiatischen Raum, aber auch bei größeren Onlinehändlern mit wieder zunehmender Expansion.
Top-Märkte entwickeln sich unterschiedlich
Die sieben großen Logistikmärkte Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig und München kamen zur Jahresmitte zusammen auf etwas mehr als eine Million Quadratmeter Flächenumsatz. Gegenüber dem starken Vorjahreswert entspricht das einem leichten Rückgang.
Die Entwicklung fällt regional jedoch sehr unterschiedlich aus:
- Frankfurt erzielte das höchste Ergebnis unter den Top-Märkten
- Hamburg und Berlin folgten nahezu gleichauf
- Köln und München konnten deutlich zulegen
- Leipzig blieb bislang hinter dem Vorjahr zurück
Sehr dynamisch entwickelte sich dagegen das Ruhrgebiet, das mit einem kräftigen Plus abschloss.
Außerhalb der Hubs wächst der Markt besonders stark
Noch deutlicher fiel das Wachstum außerhalb der großen Logistikzentren aus. Dort summierte sich der Flächenumsatz auf rund 2,3 Millionen Quadratmeter.
Das entspricht einem deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum und zeigt, dass auch Standorte jenseits der etablierten Hubs stärker gefragt sind. Gründe dafür sind unter anderem Flächenverfügbarkeit, Kostenstrukturen und die Suche nach strategisch geeigneten Standorten für regionale und überregionale Lieferketten.
Produzierende Unternehmen legen ebenfalls zu
Neben Logistikdienstleistern trugen auch produzierende Unternehmen wesentlich zum Flächenumsatz bei. Sie kamen auf mehr als eine Million Quadratmeter und damit auf einen überdurchschnittlichen Wert.
Handelsunternehmen steigerten ihren Flächenumsatz zwar ebenfalls gegenüber dem schwachen Vorjahr, lagen aber weiterhin unter ihrem langfristigen Durchschnitt. Der Anteil des Handels wird allerdings teilweise dadurch verzerrt, dass viele E-Commerce-Unternehmen ihren Flächenbedarf inzwischen über Logistikdienstleister abbilden.
Mieten bleiben stabil bis steigend
Die Spitzenmieten zeigten sich im zweiten Quartal weitgehend stabil. Im Jahresvergleich legten sie jedoch an nahezu allen großen Standorten zu.
München bleibt der teuerste Logistikmarkt mit Spitzenmieten von mehr als 11 Euro pro Quadratmeter. Auch Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf, Berlin, Köln und das Ruhrgebiet bewegen sich auf hohem Niveau. Leipzig bleibt im Vergleich der großen Märkte weiterhin deutlich günstiger.
Im Durchschnitt der Top-Standorte sind sowohl Spitzen- als auch Durchschnittsmieten gegenüber dem Vorjahr gestiegen.
Weitere Nachfrage nach Logistikflächen erwartet
Für den weiteren Jahresverlauf rechnet BNP Paribas Real Estate mit einer anhaltend hohen Nachfrage. Unternehmen reagieren auf wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheiten zunehmend mit stabileren Lieferketten und höheren Lagerbeständen vor Ort.
Zusätzliche Nachfrage kommt aus dem E-Commerce, von Logistikdienstleistern und zunehmend auch aus dem Verteidigungsumfeld. Gleichzeitig bleibt die spekulative Bautätigkeit zurückhaltend, was in stark nachgefragten Regionen erneut zu Angebotsengpässen führen kann.