Die Beteiligung von Cosco am Containerterminal Tollerort sorgt weiter für Diskussionen

©HHLA/ Thies Rätzke

Hamburg: Deutliche Kritik an der Terminalbeteiligung von Cosco

An der der Beteiligung von Cosco Shipping Ports Limited am Containerterminal Tollerort gibt es weiter Kritik. Das Thema wird wohl ein Fall für die Hamburger Bürgerschaft.

Hamburg. Die Beteiligung des chinesischen Terminalbetreibers Cosco am Hamburger Containerterminal Tollerort (CTT) wird aller Voraussicht ein Fall für die Hamburgische Bürgerschaft. Die CDU-Opposition hat für kommenden Dienstag eine öffentliche Selbstbefassung im Wirtschaftsausschuss des Parlaments beantragt. „Der Senat muss der Bürgerschaft unverzüglich Bericht erstatten“, sagte der CDU-Hafenexperte Götz Wiese am Freitag, 24. September.

Minderheitsbeteiligungen könnten zwar Ladung und Wertschöpfung langfristig sichern. „Dabei ist aber große Vorsicht geboten, wenn es um kritische Infrastruktur im Hafen geht. Es darf keinen Ausverkauf des Hafens geben – selbst dann nicht, wenn es sich um einen wichtigen Handelspartner dreht.“

Cosco und die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) hatten sich am Dienstag nach monatelangen Verhandlungen darauf verständigt, dass die Cosco Shipping Ports Limited (CSPL) eine 35-prozentige Beteiligung erhält. Im Gegenzug konzentriere Cosco seine Ladungsströme in der Hansestadt, der Containerterminal CTT werde zu einem „Prefered Hub“ in Europa, also zu einem bevorzugten Umschlagpunkt.

Geschäft sei an der Bürgerschaft vorbei abgewickelt worden

Auch wenn das Terminal weiterhin allen Reedereikunden offen stehen soll, gab es nach Veröffentlichung des Deals teils scharfe Kritik. Parlamentarier von Linken und AfD etwa beklagten, dass das Geschäft an der Bürgerschaft vorbei abgewickelt worden sei, die Gewerkschaft Verdi hatte zuvor schon Bedenken geäußert. Sie fürchtet, dass mit der Beteiligung längerfristig Einschnitte für Beschäftigte einhergehen könnten.

Für die CDU-Opposition ist die Cosco-Beteiligung aber nur ein Teil des Problems im Hafen. So habe der rot-grüne Senat weder einen Hafenentwicklungsplan noch einen Plan für die langfristige Flächennutzung noch eine Strategie einen Hafen der Zukunft. „Dies gilt nicht nur für die Beteiligung von Cosco, sondern auch für die mögliche Zusammenlegung der Containersparten von HHLA und Eurogate und generell für die überregionale Zusammenarbeit in der Deutschen Bucht“, klagte Wiese. (dpa)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special SEEFRACHT & HÄFEN.

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