Die Luftfrachtentwicklung ist zum Jahresende 2020 nochmal deutlich gestiegen - im Gegensatz zum Passagieraufkommen

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Frachtaufkommen an Flughäfen zum Jahresende deutlich gewachsen

Während das Cargo-Aufkommen im Dezember 2020 nochmal boomte, leidet die Luftfahrtbranche weiter unter den erheblichen Einbrüchen beim Passagierverkehr.

Berlin/Frankfurt. Das Aufkommen von Fracht und Luftpost ist derzeit der einzige Lichtblick der deutschen Flughäfen. Es stieg im letzten Monat 2020 um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 449.000 Tonnen, wie der Flughafenverband ADV am Freitag bei der Vorstellung der Dezember-Statistik in Berlin berichtete.

Ursächlich seien die sich stabilisierenden Handelsströme und das Weihnachtsgeschäft, insbesondere im Online-Handel gewesen. Neben dem aktuell positiven Trend in der Entwicklung der Cargo-Nachfrage spiegele sich auch der Basiseffekt gegenüber der zeitlichen Lage der Weihnachtsfeiertage vor Jahresfrist wider, so der ADV.

Dagegen waren in dem Monat 2,03 Millionen Passagiere und damit 87,9 Prozent weniger als im Dezember des Vorkrisenjahrs 2019 an den Flughäfen unterwegs. Die Zahl der gewerblichen Starts und Landungen ging mit knapp 47.800 um 69,2 Prozent zurück.

ADV präsentiert Jahreszahlen Ende Januar

Der schwache Dezember mit zusätzlichen Flugverboten nach Großbritannien und Südafrika schloss für die deutschen Flughäfen ein Horrorjahr ab, das seit März von der weltweiten Covid-Pandemie und den damit verbundenen Reisebeschränkungen geprägt war.

Die Jahreszahlen will der ADV Ende Januar präsentieren. An den schlechten Werten bis einschließlich November dürfte sich aber grundsätzlich kaum noch was ändern. Für die ersten elf Monate hat der Verband einen Passagierrückgang von 73,6 Prozent und ein Minus bei den gewerblichen Flugbewegungen von 57,8 Prozent gemeldet.

Lufthansa baut Frachtzentrum am Frankfurter Flughafen um

Derweil gab die Lufthansa bekannt, mit dem Neubau eines Hochregallagers den Umbau ihres Frachtzentrums am Frankfurter Flughafen in Angriff zu nehmen. Der Aufsichtsrat habe das Infrastrukturprogramm mit Investitionen im niedrigen dreistelligen Millionenbereich beschlossen, teilte die Tochtergesellschaft Lufthansa Cargo AG bereits am Donnerstag mit.

Die bereits begonnenen Arbeiten sollen beim laufenden Betrieb bis ins Jahr 2028 dauern und den wechselhaften Anforderungen modular angepasst werden können. Das Logistikzentrum am größten Umschlagplatz für Luftfracht in Deutschland ist bereits über 30 Jahre alt. Planungen für einen 1,3 Milliarden Euro teuren Komplettneubau hatte Lufthansa bereits im Jahr 2016 gestoppt. (dpa/sn)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special LUFTFRACHT & AIRCARGO.

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