Peter Gerber (CEO von Lufthansa Cargo, links) und Jochen Thewes (CEO von DB Schenker) vor dem Frachtflugzeug

©LH Cargo

DB Schenker und Lufthansa Cargo starten ersten CO2-neutralen Frachtflug

Premiere: Der Logistikdienstleister und die Fluggesellschaft haben einen Frachtflug organisiert, der komplett mit dem Bio-Sprit SAF betrieben wird. Es soll der Anfang eines regelmäßigen Angebots sein.

Essen/Frankfurt. Lufthansa Cargo und DB Schenker haben den nach ihren Angaben weltweit ersten klimaneutralen Frachtflug organisiert. Die Boeing 777F von Lufthansa Cargo soll am 29. November 2020 von Frankfurt nach Shanghai abheben und von dort wieder in die hessische Metropole zurückkehren. Möglich wird das Projekt durch eine Kooperation der Fluggesellschaft und des Logistikdienstleisters, wie beide Unternehmen am Freitag mitteilten.

Zum Premierenflug haben Siemens Healthineers und Merck als Kunden das Transportangebot genutzt. Dafür wurde der komplette Bedarf der Boeing 777 von 174 Tonnen Kerosin als nachhaltig produzierter Kraftstoff eingekauft, wie die Leiter von  Lufthansa Cargo und DB Schenker berichteten. Die Frachtkunden müssen für den CO2-neutralen Transport höhere Preise zahlen, weil der vorrangig aus Lebensmittelresten hergestellte Bio-Sprit (SAF) bis zu fünf Mal teurer ist als herkömmliches Kerosin.

Ab April klimafreundliche Frachtflüge im Wochentakt geplant

Beide Unternehmen planen ab April 2021 jede Woche einen derart klimaneutralen Frachtflug nach China. „Ich bin fest davon überzeugt, dass es für diese 'grüne Luftfracht' eine Kundschaft gibt“, sagte DB-Schenker-Chef Jochen Thewes am Freitag. Die Preisdifferenz zu den herkömmlichen Frachtraten nannte er nicht.

Mit dem Flug setze man sich für vermehrte Forschung und Nutzung nachhaltiger Kraftstoffe ein, erklärte Lufthansa-Cargo-Chef Peter Gerber. Der jetzt genutzte Treibstoff sei nur ein erster Schritt, dem in Zukunft synthetisch hergestelltes Kerosin auf Basis von regenerativem Strom, Wasser und CO2 folgen werde.

Sustainable Aviation Fuel (SAF) wird derzeit hauptsächlich aus Biomasse wie nicht mehr genutzten Pflanzen- und Speiseölen hergestellt. Mit einem Aufforstungsprojekt werden den Firmen zufolge auch jene CO2-Emissionen und weitere Treibhausgase ausgeglichen, die bei der Herstellung der Biomasse, ihrer Verarbeitung und dem Transport des SAF entstanden sind. (dpa/sn)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special LUFTFRACHT & AIRCARGO.

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