Die Anzahl der Auszubildenden in der gewerblichen Wirtschaft und in den Freien Berufen steigt seit vier Jahren kontinuierlich. Ende Dezember 2025 befanden sich rund 1,53 Millionen (junge) Erwerbstätige in einem Ausbildungsverhältnis – diese verteilen sich aber sehr ungleich, wie das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn erklärt. „Von dieser Entwicklung profitieren jedoch nicht die Kleinstbetriebe, die immerhin mit über 83 Prozent den größten Anteil an allen Unternehmen stellen“, sagte André Pahnke vom IfM in Bonn.
Trend zum Großbetrieb
„Seit 15 Jahren sinkt kontinuierlich die Anzahl der Auszubildenden in den Betrieben mit bis zu neun sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Im Gegenzug nimmt die Anzahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge in den Großbetrieben zu“, erklärte André Pahnke weiter. Zum Jahreswechsel 2025/26 waren in den Kleinstbetrieben 13,4 Prozent aller Auszubildenden zu finden, in den Großbetrieben hingegen 32,2 Prozent. Das sah 2011 noch anders aus. Damals waren 20,6 Prozent der Auszubildenden in Kleinst- und 25,9 Prozent in Großbetrieben beschäftigt.
Kleine und mittelgroße Betriebe stellen die meisten Plätze zur Verfügung
Da sich in den kleinen Betrieben (zehn bis 49 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte) 27,1 Prozent der Auszubildenden und in den mittleren Betrieben (50 bis 249 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte) 27,4 Prozent der Auszubildenden befinden, stellen die Kleinst-, Klein- und Mittelgroßbetriebe insgesamt mit 67,8 Prozent weiterhin die meisten Ausbildungsplätze zur Verfügung.
Kleinstbetriebe wollen ausbilden
Der negative Ausbildungstrend bei den Kleinstbetrieben kann laut Pahnke grundsätzlich nicht mit einer sinkenden Ausbildungsbereitschaft der Kleinstbetriebe gleichgesetzt werden: „Häufig bieten Kleinstbetriebe nur einen einzigen Ausbildungsplatz an. Ist dieser am Jahresende nicht besetzt, fallen sie als Ausbildungsbetrieb aus der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit heraus. Dadurch entsteht der Eindruck, sie würden weniger ausbilden.“
Großbetriebe sind für Bewerber attraktiver
Eine frühere IfM-Studie habe zudem gezeigt, dass die Kleinstbetriebe immer seltener geeignete Bewerber finden – nicht zuletzt, weil sie für solche mit guten oder sehr guter Qualifikationen offenkundig weniger attraktiv sind, erklärte das IfM. Auf Dauer bestehe so die Gefahr, dass „immer mehr Kleinstbetriebe ihren Fachkräftebedarf nicht über ihre eigene betriebliche Berufsausbildung decken können“.