Regierung plant Jobwechsel auf Probe
Beschäftigte sollen künftig leichter einen neuen Arbeitgeber kennenlernen können, ohne ihren bestehenden Arbeitsvertrag aufgeben zu müssen. Das Bundeskabinett hat dazu einen Gesetzentwurf von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas beschlossen, der eine sogenannte Job-to-Job-Erprobung vorsieht.
Damit reagiert die Bundesregierung auf den anhaltenden Strukturwandel in der Wirtschaft und den steigenden Fachkräftebedarf in vielen Branchen.
Die Bundesregierung verweist auf die tiefgreifenden Veränderungen in vielen Wirtschaftszweigen. Während einige Branchen Arbeitsplätze abbauen, suchen andere händeringend nach qualifizierten Fachkräften.
Durch die Erprobungsphase sollen Arbeitnehmer frühzeitig prüfen können, ob eine neue Tätigkeit zu ihren Fähigkeiten passt und welche Qualifizierungen gegebenenfalls noch erforderlich sind.
Parallel dazu soll die Kommunikation mit den Arbeitsagenturen modernisiert werden. Arbeitslose sollen künftig nicht mehr ständig an ihrem Wohnort erreichbar sein müssen, um postalische Mitteilungen entgegenzunehmen.
Geplant sind stattdessen:
- digitale Kommunikation,
- elektronische Vereinbarungen,
- sowie Video-Termine mit den Behörden.
Die Bundesregierung verfolgt damit einen „Digital-first“-Ansatz, bei dem digitale Verfahren künftig zum Standard werden sollen.
Das Vorhaben ist Bestandteil eines umfassenderen Programms der Bundesregierung zum Bürokratieabbau. Nach Angaben des Arbeitsministeriums sollen die Maßnahmen Wirtschaft, Beschäftigte und Verwaltung um mehrere hundert Millionen Euro pro Jahr entlasten.
Das Gesetzgebungsverfahren soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.
Für die Transport- und Logistikbranche könnten die Änderungen insbesondere im Zusammenhang mit dem Fachkräftemangel relevant werden.
Viele Unternehmen suchen seit Jahren Personal, unter anderem:
- Berufskraftfahrer,
- Lagerfachkräfte,
- Disponenten,
- und technische Spezialisten.
Eine erleichterte Erprobung neuer Tätigkeiten könnte Beschäftigten den Wechsel in solche Branchen erleichtern und Unternehmen zusätzliche Möglichkeiten bei der Personalgewinnung eröffnen.
Gleichzeitig profitieren auch Logistikunternehmen von den geplanten Digitalisierungsmaßnahmen und dem allgemeinen Bürokratieabbau, da Verwaltungsprozesse künftig stärker elektronisch abgewickelt werden sollen.