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Ausbildungsreport: DGB kritisiert Mängel in der dualen Ausbildung

Azubis als Fachkräfte für Lagerlogistik und Fachlageristen bewerteten ihre Ausbildungsqualität im Durchschnitt mittelmäßig
© Foto: sturti/istockphoto.com

Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat seinen neuen Ausbildungsreport vorgestellt, der kein besonders gutes Licht auf die duale Berufsausbildung wirft. Nach der Zufriedenheit mit ihrer Ausbildung befragt, landen Berufe mit Logistikbezug im Mittelfeld.


Datum:
01.09.2022
Autor:
Stephanie Noll
Lesezeit: 
2 min
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Noch nie wurde so wenig ausgebildet wie seit der Corona-Pandemie. Bis heute habe sich der Ausbildungsmarkt nicht von diesem historischen Einbruch der Ausbildungszahlen erholt - so lautet ein Ergebnis des neuen Ausbildungsreports der DGB-Jugend, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. „Im letzten Jahr bekamen nicht einmal 70 Prozent aller bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Jugendlichen einen Ausbildungsplatz. Nicht einmal mehr jedes fünfte Unternehmen bildet hierzulande noch aus“, sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack.

Auf der anderen Seite gebe es aber ein enormes Potenzial an jungen Menschen, die keine Ausbildung finden. Über 220.000 Jugendliche würden jedes Jahr in den sogenannten Übergangsmaßnahmen zwischen Schule und Ausbildung feststecken. Dazu kämen über 2,3 Millionen junge Menschen im Alter zwischen 20 und 34 Jahren, die keinen Berufsabschluss haben. „Es ist höchste Zeit, dass die Bundesregierung aktiv wird und schnellstens die im Koalitionsvertrag angekündigte Ausbildungsgarantie einführt“, forderte Hannack. Diese müsse umlagefinanziert werden, um die Unternehmen anzureizen, wieder mehr Ausbildungsplätze zu schaffen und die Ausbildungskosten unter allen Unternehmen fair zu verteilen.

Überstunden und mangelhafte Anleitung

Mangelhaft sei oft auch die fachliche Anleitung im Ausbildungsbetrieb. So stieg der Anteil derjenigen Auszubildenden, deren Ausbilder selten oder nie am Ausbildungsplatz verfügbar sind, mit 11,6 Prozent auf den laut DGB höchsten seit 2008 dokumentierten Wert. Zudem muss laut DGB-Bericht knapp ein Drittel der befragten Auszubildenden (32,8 %) regelmäßig Überstunden machen und durchschnittlich über drei Stunden je Woche mehr arbeiten.

Die repräsentative Befragung wurde von August 2020 bis März 2022 durchgeführt. Insgesamt 14.426 Auszubildende aus den laut Bundesinstitut für Berufsbildung 25 am häufigsten gewählten Ausbildungsberufen haben sich beteiligt. Darunter waren auch die Berufe Fachlagerist und Fachkraft für Lagerlogistik. Die Auszubildenden sollten unter anderem eine Gesamtbewertung ihrer Ausbildungsqualität abgeben. Hier landeten die beiden Logistik-Berufe im Mittelfeld. Dies gilt ebenso für die Bewertung der Ausbildungszeiten beider Berufe – hier wurde unter anderem nach der Anzahl von Überstunden gefragt.

Über sechs Prozent der Azubis im Lager „eher oder sehr unzufrieden“

73,2 Prozent aller befragten Auszubildenden als Fachlagerist gaben an, mit ihrer Ausbildung sehr zufrieden sein. Das entspricht fast exakt dem Durchschnitt aller zu ihrer Ausbildung befragten Nachwuchskräfte. 73,3 Prozent der Teilnehmenden waren zufrieden – der Wert habe sich nun zum zweiten Mal in Folge leicht erhöht, so der DGB. 6,1 Prozent der Fachlageristen-Azubis waren eher/sehr unzufrieden. Etwas schlechter fiel die Bilanz bei den Fachkräften für Lagerlogistik aus: Hier waren 72,2 Prozent der Befragten mit ihrer Ausbildung sehr zufrieden, 6,9 Prozent eher/sehr unzufrieden. (sn)

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