Damit sich der Wasserstoffantrieb bei Lkw wie bei dem GenH2 Truck von Daimler durchsetzt, ist laut Fraunhofer Institut eine bedarfsgerechte Tankstellen-Infrastruktur wichtig

©Daimler AG

140 Tankstellen für Brennstoffzellen-Lkw nötig

Das Fraunhofer-Institut hat errechnet, wie viele Tankstellen Deutschland bräuchte, um alle schweren Lkw bis 2050 mit Wasserstoff zu versorgen. Demnach wäre der Umstieg weniger aufwendig als gemeinhin gedacht.

Karlsruhe. Lediglich 140 Tankstellen wären in Deutschland nötig, um alle 250.000 schweren Lkw mit Wasserstoff als Antrieb zu versorgen. Das haben Fraunhofer-Forscher aus einem jährlichen Bedarf von etwa 1,3 Millionen Tonnen Wasserstoff errechnet. In einem Arbeitspapier wurde ein möglicher Tankstellenaufbau für schwere Brennstoffzellen-Lkw in Deutschland bis 2050 auf Basis eines wissenschaftlichen Simulationsmodells skizziert.

Bestehende oder sich im Aufbau befindliche H2-Tankstellen für Pkw könnten demnach nicht oder nur eingeschränkt zum Betanken von Lkw verwendet werden. 

Kosten von neun Milliarden Euro

Um eine bedarfsgerechte Tankstellen-Infrastruktur für Brennstoffzellen-Lkw aufzubauen, müsse schon relativ früh eine Flächendeckung erreicht werden, heißt es bei Fraunhofer. Die Stationen werden relativ gleichmäßig über das Autobahnnetz verteilt. Zudem kann man eine Konzentration entlang der Transitrouten sowie in Industrieregionen erkennen.

Diese Tankstellen seien zu Beginn unterausgelastet, weshalb sich die Frage nach Geschäftsmodellen stelle. „Im Endausbau reichen circa 140 Tankstellen, um den kompletten Bedarf, wenn alle schweren Lkw in Deutschland Wasserstoff tanken würden, abzudecken“, schreiben die Forscher. Hierfür würden rund neun Milliarden Euro pro Jahr an Kosten für Tankstelleninvestitionen und Wasserstofferzeugung anfallen. (ms)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special LKW-LANDVERKEHR & STÜCKGUT.

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