VW_Herbert Diess

VW-Konzernchef Herbert Diess hat bei der Online-Hauptversammlung des Unternehmens ehrgeizige Zukunftspläne präsentiert

©Frank Hoermann/SVEN SIMON/dpa/picture-alliance

VW will digitalen Wandel schaffen

Volkswagen will Milliarden in den Aufbau der IT-Kompetenz, das autonome Fahren und den Ausbau der E-Mobilität stecken. Dafür sieht sich das Unternehmen trotz Einbruchs in der Corona-Krise gut gerüstet.

Berlin. Der Volkswagen-Konzern hat seinen Ausblick für dieses Jahr trotz der Corona-Krise bestätigt. Demnach geht der Dax-Konzern weiter von einem positiven operativen Ergebnis aus, wie der Autobauer am Mittwoch auf der Online-Hauptversammlung in Berlin mitteilte. Die milliardenschweren Zukunftsinvestitionen in die Elektroflotte bekräftigte das Unternehmen. VW-Konzernchef Herbert Diess hob aber auch die Bedeutung des digitalen Wandels für die Branche und den Konzern hervor.

Der Wandel der Antriebstechnik sei der einfachere Weg, den die traditionellen Autohersteller bewältigen müssten. „Viel weitreichender wird es sein, dass das Auto sich in den kommenden zehn Jahren zu einem vollvernetzten Mobilitätsdevice entwickelt“, sagte Diess. VW müsse in der Lage sein, nicht nur die Transporthülle anzubieten, sondern auch das Gehirn, das das Fahrzeug mit Künstlicher Intelligenz sicher steuere. Um das zu erreichen, müsse sich der Konzern hin zu einem Digitalunternehmen wandeln.

Für E-Mobilität: 33 Milliarden bis 2024

„Der Umbau des Unternehmens wird von Corona nicht gebremst, sondern beschleunigt“, kündigte Diess an. Allein 14 Milliarden Euro fließen den Angaben zufolge bis 2024 in den Aufbau der IT-Kompetenz und das autonome Fahren. In den Ausbau der E-Mobilität sollen bis 2024 33 Milliarden Euro fließen. VW will Marktführer bei batterie-elektrischen Fahrzeugen werden.

Diess verteidigt Stellenabbau bei MAN

Im Rahmen der Online-Hauptversammlung hat VW-Chef Herbert Diess auch den geplanten Stellenabbau beim Lkw-Bauer MAN aus der VW-Nutzfahrzeugholding Traton verteidigt.

Der Manager verwies darauf, dass die wirtschaftliche Basis von MAN schon vor der Corona-Krise nicht ausreichend gewesen sei, um über den Lkw-Zyklus hinweg strategisch wichtige Investitionen zu finanzieren: „MAN Truck & Bus braucht die Restrukturierung mit Werkschließungen und Personalabbau in der Größenordnung von rund 9500 Stellen, um die Wettbewerbsfähigkeit herzustellen.“

Arbeitnehmer laufen Sturm gegen den geplanten Stellenabbau, VW steht stark in der Kritik, die Proteste sind groß. Etwa jede vierte der rund 36.000 Stellen soll wegfallen. Erst durch die angedachten Maßnahmen könne MAN bei der Elektrifizierung und den Anstrengungen zum autonomen Fahren zur Konkurrenz aufschließen, sagte Diess. Es gehe nun vor allem um Effizienzsteigerung beim Münchner Traditionshersteller, der im Geschäftsjahr 2019 lediglich eine operative Rendite von drei Prozent erwirtschaftet habe. (dpa/sn)

 

 

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