Studie: Hitze senkt Produktivität nur kurzfristig

26.06.2026 10:52 Uhr | Lesezeit: 3 min
Büroangestellter vor einem Ventilator
Experten sehen geringe wirtschaftliche Hitzeeffekte
© Foto: Monika Wisniewska/AdobeStock

Hitzetage kosten die Wirtschaft Millionen, doch Experten sehen nur geringe Effekte. Langfristig werden Anpassungen wichtiger.

Hitze bremst Wirtschaft kaum – langfristig Anpassungen nötig

Die Auswirkungen zunehmender Hitzeperioden auf die deutsche Wirtschaft werden unterschiedlich bewertet. Während Studien teils hohe Kosten ausweisen, halten Ökonomen die gesamtwirtschaftlichen Effekte bislang für begrenzt.

Nach Einschätzung des Ifo-Instituts sind kurzfristige Produktivitätsverluste durch Hitze zwar messbar, insgesamt aber vergleichsweise gering.

Hohe Kosten pro Hitzetag – aber relativ klein

Eine aktuelle Untersuchung beziffert die wirtschaftlichen Verluste eines einzelnen Hitzetages auf mehrere hundert Millionen Euro. Der Großteil entfällt dabei auf eine geringere Arbeitsproduktivität.

Einordnung der Zahlen zeigt jedoch:

  • gemessen am gesamten Bruttoinlandsprodukt
  • ist der Effekt vergleichsweise klein
  • und kann durch spätere Mehrarbeit teilweise ausgeglichen werden

Auch mehrere heiße Tage im Jahr verändern das Gesamtbild demnach nur begrenzt.

Produktivität leidet kurzfristig

Kurzfristig können hohe Temperaturen dennoch Auswirkungen auf die Arbeitsleistung haben. Besonders betroffen sind Tätigkeiten:

  • im Freien
  • in nicht klimatisierten Räumen
  • sowie körperlich anspruchsvolle Arbeiten

Hier kann es zu geringerer Leistungsfähigkeit und damit zu temporären Einbußen kommen.

Anpassungen gewinnen an Bedeutung

Langfristig halten Experten Maßnahmen zur Anpassung an steigende Temperaturen für sinnvoll. Dazu zählen unter anderem:

  • verbesserter Arbeitsschutz
  • Anpassung von Arbeitszeiten
  • sowie technische Lösungen wie Klimatisierung

In einzelnen Branchen können auch organisatorische Änderungen notwendig werden.

Unterschiedliche Lösungen je nach Branche

Die Möglichkeiten zur Anpassung hängen stark vom Tätigkeitsfeld ab. Während Büroarbeitsplätze vergleichsweise einfach klimatisiert werden können, erfordern Berufe im Bau oder in der Logistik andere Ansätze.

Dazu gehören etwa:

  • frühere Arbeitsbeginnzeiten
  • längere Pausen bei großer Hitze
  • oder eine Verlagerung von Tätigkeiten

Fazit

Insgesamt zeigen die Analysen: Hitze stellt zwar eine wachsende Herausforderung dar, ist aktuell jedoch kein zentraler wirtschaftlicher Risikofaktor. Entscheidend wird sein, wie Unternehmen und Wirtschaft sich langfristig auf veränderte klimatische Bedingungen einstellen.

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