Ifo erwartet nur schwaches Wachstum bis 2027

19.06.2026 10:48 Uhr | Lesezeit: 3 min
Der Schriftzug „ifo Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V. ist am 15.10.2024 an einem Schild vor dem Hauptsitz der Forschungseinrichtung in München (Bayern) zu sehen.
Ifo hebt Konjunkturprognose leicht an
© Foto: Matthias Balk/picture alliance

Das Ifo-Institut hebt die Prognose für 2026 leicht an. Dennoch bleibt das Wachstum schwach und Energiepreise belasten weiter.

Ifo hebt Konjunkturprognose für 2026 leicht an

Das Ifo-Institut rechnet in diesem Jahr mit einer etwas besseren Entwicklung der deutschen Wirtschaft als zuletzt erwartet. Die Ökonomen hoben ihre Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts 2026 auf 0,8 Prozent an.

Auch für das kommende Jahr wird derzeit ein Wachstum in gleicher Höhe erwartet.

Entspannung durch geopolitische Lage erwartet

Die leicht optimistischere Einschätzung hängt unter anderem mit der Aussicht auf eine Entspannung im Iran-Konflikt zusammen. Sinkende Energiepreise könnten die wirtschaftliche Entwicklung stützen, nachdem die Krise zuvor für erhebliche Belastungen gesorgt hatte.

Zugleich dürften staatliche Ausgaben zusätzliche Impulse liefern.

Energiepreisschock wirkt weiter nach

Trotz der Anpassung der Prognose bleiben die Folgen der jüngsten Krisen spürbar. Das Ifo-Institut erwartet weiterhin eine vergleichsweise hohe Inflation:

  • 2026: 2,9 Prozent
  • 2027: 2,7 Prozent

Die gestiegenen Energiepreise belasten damit weiterhin Unternehmen und Verbraucher.

Wachstum bleibt schwach im internationalen Vergleich

Im internationalen Kontext fällt die Entwicklung der deutschen Wirtschaft weiter zurück. Während global ein Wachstum von über zwei Prozent erwartet wird, bleibt Deutschland deutlich darunter.

Auch der Euroraum zeigt insgesamt nur moderate Dynamik.

Langfristige Perspektiven eingetrübt

Besonders kritisch sehen die Ökonomen die langfristige Entwicklung. Demnach könnte das potenzielle Wachstum der deutschen Wirtschaft bis Ende des Jahrzehnts auf lediglich 0,1 Prozent sinken.

Das deutet auf strukturelle Probleme hin, die über kurzfristige konjunkturelle Schwankungen hinausgehen.

Bedeutung für Transport und Logistik

Für die Logistikbranche ergibt sich ein gemischtes Bild. Einerseits sorgen stabile Wachstumsraten für eine gewisse Grundauslastung. Andererseits bleiben:

  • Nachfrageimpulse begrenzt
  • Kosten durch Energie und Inflation erhöht
  • und Investitionsentscheidungen unsicher

Damit bleibt die Branche weiterhin stark von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und geopolitischen Faktoren abhängig.


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