Die Europäische Union und die südamerikanischen Mercosur‑Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay haben eine neue Freihandelszone geschaffen. Das entsprechende Abkommen trat am 1. Mai vorläufig in Kraft. Mit dem schrittweisen Abbau von Zöllen und anderen Handelshemmnissen soll der Austausch von Waren und Dienstleistungen deutlich ausgeweitet werden.
Für Deutschland werden vor allem langfristige Chancen für die Autoindustrie, den Maschinenbau und die Pharmabranche gesehen – auch wenn der Handel mit den Mercosur‑Ländern bislang nur rund ein Prozent des gesamten deutschen Außenhandels ausmacht.
Wirtschaft sieht großes Potenzial
Abkommen nach jahrzehntelangen Verhandlungen
Dem Abkommen gingen mehr als 25 Jahre Verhandlungen voraus. Nach Angaben der EU‑Kommission entsteht mit dem EU‑Mercosur‑Deal ein Wirtschaftsraum mit rund 720 Millionen Menschen. Gleichzeitig sollen Zölle in Milliardenhöhe abgebaut werden.
Politisch gilt die Vereinbarung zudem als Gegengewicht zu protektionistischen Maßnahmen – insbesondere zur US‑Zollpolitik unter Präsident Donald Trump.
Vorläufige Anwendung wegen rechtlicher Prüfung
Das Abkommen wird zunächst nur vorläufig angewendet. Hintergrund ist eine Entscheidung des Europäischen Parlaments, den Vertragstext vor der endgültigen Ratifizierung vom Europäischen Gerichtshof prüfen zu lassen. Erst nach Abschluss dieses Verfahrens sowie der Zustimmung der Mitgliedstaaten kann das Abkommen vollständig in Kraft treten.