EU wendet Mercosur-Abkommen vorzeitig an

27.02.2026 12:52 Uhr | Lesezeit: 3 min
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen spricht während des Mercosur-Gipfels am 6. Dezember 2024 in Urugay
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat grünes Licht für die vorzeitige Anwendung des Mercosur-Abkommens gegeben (Archivbild)
© Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Matilde Campodonico

Die EU will das Mercosur-Freihandelsabkommen bereits vor dem offiziellen Inkrafttreten anwenden. Unternehmen profitieren damit früher von neuen Zollvorteilen – möglich wird das durch die Ratifikation in Uruguay und Argentinien.

Unternehmen in Deutschland und anderen EU-Staaten können aufatmen: Sie werden in Kürze die Vorteile eines neues Freihandelsabkommen nutzen können - noch vor dem offiziellen Inkrafttreten. So wird das Freihandelsabkommen zwischen der EU und südamerikanischen Mercosur-Staaten trotz der noch ausstehenden Überprüfung durch den Gerichtshof der Europäischen Union in Kürze angewendet. Das kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel an. Zuvor hatten am Donnerstag die beiden Mercosur-Staaten Uruguay und Argentinien das Abkommen ratifiziert und damit den Weg für diesen Schritt geebnet.

Unternehmen profitieren frühzeitig von Zollvorteilen

Die vorläufige Anwendung wird es Unternehmen in der EU und aus Uruguay und Argentinien schon vor dem formellen Inkrafttreten des Abkommens ermöglichen, von attraktiven neuen Zollregeln und anderen Vorteilen zu profitieren. Dies ist vor allem deswegen relevant, weil das formelle Inkrafttreten wegen des Europäischen Parlaments noch Monate oder länger auf sich warten lassen könnte.

EuGH‑Prüfung verzögert formelles Inkrafttreten

Dieses hatte im Januar mit knapper Mehrheit beschlossen, das Abkommen vor einer endgültigen Abstimmung vom Europäischen Gerichtshof überprüfen zu lassen. Wie lange es dauert, bis die Luxemburger Richterinnen und Richter ihre Einschätzung vorlegen, ist unklar. Es gibt keine Höchstfristen. Aus Luxemburg hieß es, dass die letzten Gutachtenverfahren zwischen 16 und 26 Monaten gedauert hätten.

Lange Verhandlungen und Widerstand einzelner EU‑Staaten

Der Mercosur-Deal war zu Jahresbeginn in Paraguay nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen gegen den Willen von Staaten wie Frankreich und Polen unterzeichnet worden. Damit soll eine neue Freihandelszone mit rund 720 Millionen Einwohnern geschaffen werden.

Große Chancen für Auto-, Maschinenbau- und Pharmabranche

Durch den Abbau von Handelsbarrieren und Zöllen soll der Austausch von Waren und Dienstleistungen angekurbelt werden. Besonders große Chancen werden für die Autoindustrie, den Maschinenbau und die Pharmabranche gesehen. Auf Autoimporte in die Mercosur-Länder wird beispielsweise derzeit ein Zoll in Höhe von 35 Prozent fällig.

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