Der Ford F‑Max ist nicht überproportional auf deutschen Autobahnen vertreten – und doch hat er sich seit seinem Marktstart 2021 einen festen Platz erarbeitet. Ford Trucks profitierte damals von günstigen Marktbedingungen und Lieferfähigkeit, während andere Hersteller Engpässe hatten. So etablierte sich der F‑Max als achte schwere Lkw‑Marke in Deutschland. Mit dem F‑Max Gen 2.0 folgt nun kein radikaler Neustart, sondern ein gezieltes Update.
Äußerlich bleibt der neue F‑Max nah am bekannten Design. Änderungen zeigen sich vor allem im Detail:
überarbeitete Frontschürze zur Verbesserung der Aerodynamik serienmäßig schwarz eingefärbte Scheinwerfer Kühlergrillstreben nun grundsätzlich in Wagenfarbe serienmäßiges Kamerasystem statt klassischer Spiegel
Gerade das Kamerasystem überzeugt im Alltag durch gute Sicht beim Rangieren und eine verzerrungsfreie Darstellung.
Großes Update im Fahrerarbeitsplatz
Deutlich mehr hat sich im Innenraum getan. Der Fahrerplatz wurde konsequent digitalisiert und modernisiert.
Im Cockpit hat Ford deutlich nachgelegt. Der F‑Max Gen 2.0 verfügt nun über ein volldigitales Kombiinstrument mit variablen Anzeigeoptionen sowie ein neues 9‑Zoll‑Touchdisplay, über das Navigation, Medien und zahlreiche Fahrzeugeinstellungen gesteuert werden. Hinzu kommen ein serienmäßiges Keyless‑Go‑System mit Startknopf und eine ebenfalls serienmäßige elektrische Feststellbremse. Für den Alltag praktisch sind zudem zusätzliche 12‑Volt‑ und 24‑Volt‑Anschlüsse sowie USB‑C‑Ports. Smartphones lassen sich jetzt auch induktiv laden.
Positiv fällt auf: Wichtige Funktionen wie Klima und Lautstärke lassen sich weiterhin über physische Drehregler bedienen – ein klarer Pluspunkt für die Fahrsicherheit.
Wohnkomfort: solide, aber ohne große Sprünge
Im Wohnbereich bleibt vieles beim Alten. Neu ist ein Touchpad am unteren Bett, über das sich Funktionen wie Licht, Fenster oder Dachluke steuern lassen.
Ansonsten bleibt der Wohnbereich weitgehend unverändert. Das Fahrerhaus bietet weiterhin ein großzügiges Raumangebot und viel Stauraum, unter anderem in Form der praktischen „Flugzeugfächer“ an der Rückwand. Neu ist eine überarbeitete Matratze, die einen ordentlichen Liegekomfort bietet, allerdings weiterhin ohne Lattenrost oder vergleichbaren Unterbau auskommt. Der Kühlschrank erfüllt seinen Zweck, wirkt in der Aufteilung jedoch eher funktional als besonders elegant.
Antrieb und Technik: bewährt, aber effizienter
Unter der Kabine arbeitet weiterhin ein klassischer Diesel:
12,7‑Liter‑Reihensechszylinder „Ecotorq“ 510 PS und 2.600 Nm Drehmoment rund 60 % der Bauteile neu entwickelt bis zu 11,3 % Verbrauchsvorteil gegenüber dem Vorgänger
Hinzu kommen aerodynamische Verbesserungen und ein hauseigenes automatisiertes Getriebe mit 16 Fahrstufen, das allerdings Geschmackssache bleibt.
Im Fahrbetrieb präsentiert sich der F‑Max Gen 2.0 als angenehm zu bewegender Langstrecken‑Lkw. Der Motor tritt kraftvoll und zugleich leise auf und ist klar auf niedrige Drehzahlen ausgelegt. Neu ist die elektrische Lenkung, deren Abstimmung sich in drei Stufen anpassen lässt und die deutlich weniger schwergängig wirkt als beim Vorgänger. Das Kamerasystem überzeugt mit klarer Darstellung und erweist sich im Alltag als echte Hilfe, etwa beim Rangieren. Abgerundet wird der Fahreindruck durch eine ausgewogene, leicht sportliche Fahrwerksabstimmung, die gut zum Charakter des Fahrzeugs passt.
Schwachpunkte: Varianten und Servicenetz
Kritik gibt es weniger am Fahrzeug selbst, sondern an den Rahmenbedingungen:
nur eine Kabine nur ein Motor zwei Ausstattungspakete begrenzte Radstands‑ und Achsvarianten rund 78 Servicepartner deutschlandweit
Im Vergleich zu etablierten Herstellern ist das Angebot damit überschaubar.
Fazit: Gutes Gesamtpaket mit Preisvorteil
Der Ford F‑Max Gen 2.0 setzt keinen Benchmark, erreicht aber das Niveau seiner Wettbewerber. Seine größte Stärke bleibt der attraktive Preis: Wer eine solide, moderne Sattelzugmaschine sucht, bei der Fahrerkomfort und Verarbeitung stimmen, bekommt hier viel Lkw fürs Geld.
Den ganzen Test finden Sie in der aktuellen Podcast-Folge von „VerkehrsRundschau Funk“: