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Zustimmung für scharfe UN-Kritik an Branche fossiler Brennstoffe

06.06.2024 09:58 Uhr | Lesezeit: 4 min
UN-Generalsekretär António Guterres spricht auf einer Bühne in ein Mikrophon
UN-Generalsekretär António Guterres ruft am Weltumwelttag in New York zum Boykott fossiler Brennstoffe auf
© Foto: Fatih Aktas/Anadolu-picture-alliance.com

Angesichts der Klimakrise nimmt der UN-Generalsekretär die Industrie ins Visier, die Profite mit fossilen Brennstoffen macht. Er erntet für seinen Boykottaufruf Zustimmung.

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Wissenschaftler und Klimaschützer haben die scharfe Kritik von UN-Generalsekretär António Guterres an der Branche für fossile Brennstoffe begrüßt. "Gelder fossiler Konzerne stecken überall drin und machen die ehrgeizigen Klimaschutzmaßnahmen, die wir laut Wissenschaft brauchen, schwierig oder unmöglich", sagte Timmons Roberts, Professor an der US-amerikanischen Brown University. Die PR-Aktivitäten der Branche seien verheerend. "PR-Firmen, Medienhäuser, Beratungsfirmen, Anwaltskanzleien und Finanzakteure profitieren von fossilem Marketing und verhindern so den Aufbau einer lebenswerten Zukunft ohne Kohle, Öl und Gas."

Aufruf zum Boykott

Guterres hatte der Industrie am Mittwoch, 05. Juni, vorgeworfen, den Übergang zu erneuerbaren Energien absichtlich mit Fehlinformationen zu behindern. Er rief zum Boykott auf: Die Werbebranche solle keine Aufträge mehr aus der Industrie annehmen, Medien und Technologieunternehmen sollten keine Werbung aus der Branche mehr annehmen. Von Regierungen verlangte er ein Werbeverbot und Finanzinstituten legte er nahe, sich abzuwenden und stattdessen in erneuerbare Energien zu investieren. 

Er nannte mehr als 30 konkrete nötige Schritte, um die Erderwärmung zu begrenzen und die Welt vor mehr Klimachaos zu bewahren. Die Konflikte in der Ukraine, in Gaza und anderswo hätten das Klimathema verdrängt, es sei aber eine Bedrohung für die Menschheit und müsse höchste Priorität behalten. "Wir spielen mit unserem Planeten russisches Roulette", sagte er. "Wir brauchen eine Ausfahrt vom Highway zur Klimahölle."

Werbeverbot für Fossile

Tom Holen von der Denkfabrik InfluenceMap für Klimaschutz sagte: "Wir wissen, dass fossile Konzerne ausgeklügelte Kommunikationsstrategien nutzen, um Klimaschutz zu verhindern und den Status quo zu erhalten. Regierungen müssen handeln und dafür sorgen, dass endlich Maßnahmen ergriffen werden, die verhindern, dass mächtige Interessengruppen Klimaschutz blockieren." Michael Khoo von der Umweltorganisation Friends of the Earth beschäftigt sich mit Klima-Desinformation. "Es gibt keinen Grund, dass Tech-Konzerne wie Google bei Klima-Suchanfragen Propaganda für fossile Brennstoffe ausspucken sollten", sagte er. "Regierungen weltweit sollten ein Werbeverbot für Fossile erlassen - ähnlich wie beim Umgang mit Tabakwerbung."

Besorgniserregende Klimaberichte

Guterres sagte nach seiner Rede, jeder Einzelne müsse sich engagieren: Bei Wahlen, um Politikerinnen und Politiker an die Macht zu bringen, die es mit dem Klimawandel ernst meinten und durch eigenes Engagement für mehr Klimaschutz. Er bedankte sich bei jungen Leuten, die dies täten. "Ihr steht auf der richtigen Seite der Geschichte", sagte er. "Macht weiter."

Er bezog sich in seiner Rede auf drei am Mittwoch veröffentlichte Klimaberichte mit besorgniserregenden Ergebnissen. Danach hat sich der Klimawandel beschleunigt. Die globale Durchschnittstemperatur stieg nach der IGCC-Studie von 2014 bis 2023 um 0,26 Grad, nach 0,20 Grad in der Dekade davor. Der Mai war der zwölfte Monat in Folge, in dem die globale Durchschnittstemperatur einen Rekordwert für den jeweiligen Monat erreichte, wie der EU-Klimawandeldienst Copernicus mitteilte. Der Rekord beziehe sich mindestens auf den zurückliegenden Zeitraum seit 1850. Die Weltwetterorganisation WMO rechnet nun mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit damit, dass eines der nächsten fünf Jahre 1,5 oder mehr Grad wärmer ist als die Welt es in vorindustrieller Zeit war. 2023 war das bislang heißeste Jahr mit plus 1,45 Grad gegenüber dem Zeitraum 1850 bis 1900. 

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