Krisen, geopolitische Spannungen und Klimarisiken stellen Lieferketten zunehmend auf die Probe. Aber wie können diese auch in Krisenzeiten zuverlässig funktionieren? Antworten auf diese Frage suchen Wissenschaft, Wirtschaft und Logistikbranche beim Zukunftskongress Logistik in Dortmund.
Bei der Veranstaltung geht es unter dem Motto „Sichere Logistik für unsichere Zeiten“ nicht nur um die vielen Konflikte und Krisen, die Lieferketten unter Druck setzen, sondern auch um KI und Forschungsthemen. Sie ist am 8. September unter dem Motto „Sichere Logistik für unsichere Zeiten“ gestartet.
Im Mittelpunkt stehen Diskussionen um resiliente Lieferketten und effiziente Strategien für die Logistik, um etwa die geopolitischen Krisen und Auswirkungen des Klimawandels besser im Griff zu haben.
Rund 350 Teilnehmer werden nach Angaben des Veranstalters an den zwei Tagen in den Dortmunder Westfalenhallen erwartet. Neben der Verleihung des Digital Logistics Awards gab es am ersten Veranstaltungstag einige Panel-Dicussions und Impulsvorträge. Der Kongress wird vom Fraunhofer IML und dem Digital Hub Logistics ausgerichtet und findet in diesem Jahr das 44. Mal statt.
Resiliente Lieferketten gewinnen an Bedeutung
Ein zentrales Thema der Veranstaltung ist dabei die Frage, wie sich Lieferketten widerstandsfähiger gegen Krisen und Störungen aufstellen lassen. Durch die vielen Krisen und dem damit einhergehendem Druck auf die Lieferketten wird es für Logistikunternehmen laut den Referenten wichtiger, aus Effizienzsicht nicht mehr nur kostenoptimiert zu denken. Der Wandel zu resilienten und sicheren Logistikstrukturen müsse das Ziel sein.
„Resilienz läuft nur so lange gegen Effizienz, bis der Krisenfall eintritt. Dann ist das resiliente System das effizientere – das muss man bei der Bewertung immer mitdenken“, betonte Professor Uwe Clausen, Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML.
Wie KI und Digitalisierung die Logistik sicherer machen sollen
Nach Ansicht der Experten stehen die erforderlichen technologischen Werkzeuge dafür bereits zur Verfügung. So erklärte Professor Michael Henke, ebenfalls Institutsleiter am Fraunhofer IML: „Wir haben alle technologischen Bausteine, um sichere Logistik in unsicheren Zeiten möglich zu machen.“ Jetzt sei es die gemeinsame Aufgabe, sie konsequent einzusetzen. Henke nannte als Beispiele für die Bausteine KI-gestützte Supply Chain, Drohnentechnologie, Digitale Zwillingen und Infrastruktursicherheit.
Künstliche Intelligenz und Robotik als Zukunftsthemen
Potenziale sehen die Referenten dabei auch im Einsatz von Künstlicher Intelligenz und automatisierten Systemen. Ein weiteres Thema am ersten Kongresstag war dementsprechend auch Künstliche Intelligenz und Robotik. Neben der Zukunft von KI und Robotik in der Logistik ging es auch um die Perspektiven und Grundlagen.
Professorin Alice Kirchheim, Institutsleiterin am Fraunhofer IML, forderte, dass sich Europa mutiger im globalen Wettbewerb positionieren müsse. Ein wichtiger Punkt, um gemeinsam innovative Lösungen zu entwickeln, seien offene und einheitliche Standards.
PPWR, Dekarbonisierung und verlässliche IT im Fokus
Neben den technologischen Entwicklungen stehen auf dem Kongress weitere Zukunfts- und Forschungsthemen auf der Agenda. Am 9. September, dem zweiten Kongresstag, geht es unter anderem um Fragen zu Space Logistics, Baulogistik, Defence, um die EU-Verpackungsverordnung PPWR, Dekarbonisierung und verlässliche IT.
Eine besondere Stellung nimmt laut Veranstaltern dabei der Themenblock „Verlässliche IT in einer vernetzten Welt“ ein. Damit wird erstmals das Teilnehmertreffen der warehouse-logistics-Community in den Zukunftskongress integriert.