Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) will das Thema Sicherheit „in seiner ganzen Breite“ zu einem der zentralen Themen der Branche für die kommenden Jahre machen. Dabei geht es laut VDV um:
- die Versorgungssicherheit Deutschlands in Krisenzeiten
- den verlässlichen Transport von Menschen und Gütern auf der Schiene
- den Schutz kritischer Infrastrukturen und Anlagen
- IT- und Cybersicherheit sowie
- resiliente Netze und krisenfeste Mobilitäts- und Logistikstrukturen
Ein entscheidender Impuls für diese inhaltliche Schwerpunktsetzung war laut VDV ein Vortrag der Sicherheitsexpertin Claudia Major im Rahmen der VDV-Jahrestagung 2026 in Karlsruhe. Vor mehr als 900 Teilnehmern habe sie deutlich gemacht, dass „Sicherheitspolitik, Resilienz und zivile Vorsorge längst keine abstrakten Debatten mehr sind, sondern konkrete Anforderungen an zentrale Infrastrukturen und damit auch an die Verkehrsbranche“.
Sicherheit als eine strategische Frage
„Der Vortrag von Frau Dr. Major hat gezeigt, dass das Thema Sicherheit für uns eine strategische Kernfrage für die Zukunft der Branche ist“, erklärte VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff. Es gehe „um den Schutz von Anlagen und Netzen, um IT- und Cybersicherheit, um belastbare Transportwege auf der Schiene und um die Frage, wie mobil und logistisch handlungsfähig unser Land in Krisenlagen ist“, sagte Wolff. Gleichzeitig dürfe man „nicht vergessen, dass Sicherheit für unsere Branche schon heute ganz konkret beginnt: beim Schutz unserer Beschäftigten und Fahrgäste im täglichen Betrieb“.
Bedeutung des Transports für die staatliche Handlungsfähigkeit
Aus Sicht des VDV muss das Thema deshalb „deutlich stärker in die politische Arbeit und in die gesellschaftliche Wahrnehmung rücken“. Die Branche betreibt und nutzt Infrastrukturen, die für den Alltag, für wirtschaftliche Stabilität und im Krisenfall für Versorgung, Transport, Evakuierung, Logistik und staatliche Handlungsfähigkeit von zentraler Bedeutung sind. Gerade die Eisenbahn übernehme „eine besondere Rolle, wenn es um robuste Transportkapazitäten für Güter und Personen sowie um verlässliche, auch unter Stress funktionsfähige Netze geht“, so der VDV.
Krisenfeste Organisation von Mobilität und Logistik
Auf der VDV-Jahrestagung wurde vor diesem Hintergrund auch das neue Positionspapier Krisenfeste Mobilität: Eisenbahn, Bus und Infrastruktur für Verteidigung, Zivil- und Katastrophenschutz veröffentlicht und im Fachforum Eisenbahnverkehr intensiv diskutiert. Der VDV will das Themenfeld Sicherheit künftig noch stärker verbandsintern, fachpolitisch und öffentlich bearbeiten. Dazu zählen laut Verband unter anderem die Weiterentwicklung von Positionen zur Resilienz der Schieneninfrastruktur, zu Schutz- und Sicherheitsanforderungen für Anlagen und IT-Systeme, zur krisenfesten Organisation von Mobilität und Logistik sowie zu Sicherheit und Prävention im Betriebsalltag.
Sicherheit wichtig für die Zukunftsfähigkeit
Ein geplanter nächster Schwerpunkt ist eine neue Eisenbahnkonferenz, mit der der VDV die Themen Resilienz, Kapazitäten sowie krisenfeste Mobilität und Infrastrukturen des öffentlichen Verkehrs vertieft aufgreifen will. Ziel sei es, „Akteure aus Branche, Politik, Sicherheitsbehörden, Industrie und Wissenschaft zusammenzubringen und aus den sicherheitspolitischen Herausforderungen konkrete Konsequenzen für das Verkehrssystem in Deutschland abzuleiten“. Oliver Wolff sagte abschließend: „Wenn wir über die Zukunftsfähigkeit unserer Branche sprechen, dann sprechen wir ab sofort auch immer über Sicherheit.“