Wirtschaftsweise erwarten geringeres Wachstum

27.05.2026 10:33 Uhr | Lesezeit: 3 min
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Die Abschwächung der globalen Konjunktur belaste die deutsche Exportwirtschaft, so die Wirtschaftsweisen
© Foto: HHLA

Der Sachverständigenrat hat seine Wachstumsprognose nach unten korrigiert, ein echter wirtschaftlicher Aufschwung ist nicht in Sicht. Die Wirtschaftsweisen fordern von der Bundesregierung tiefgreifende Reformen.

Auch die Wirtschaftsweisen senken ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr. Der Sachverständigenrat erwartet in seinem Frühjahrsgutachten, das am Mittwoch, 27. Mai, vorgestellt wurde, nur ein kleines Wachstum der deutschen Wirtschaft von 0,5 Prozent. Im vergangenen Herbst hatten die Ökonomen noch mit einem Plus des Bruttoinlandsprodukts von 0,9 Prozent gerechnet. Die Ungewissheit über die Dauer und die Auswirkungen des Iran Kriegs auf die deutsche Wirtschaft stellten ein „erhebliches Risiko“ für die Prognose dar, heißt es in dem in Berlin vorgestellten Frühjahrsgutachten.

Stark gestiegene Energiekosten

Durch den Iran-Krieg ist der Schiffsverkehr in der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus weitgehend zum Erliegen gekommen. In der Folge sind die Öl- und Gaspreise stark gestiegen. Aufgrund der steigenden Energiekosten sowie Vorleistungen erhöhten sich die Produktionskosten der Unternehmen, heißt es im Gutachten. Dies schmälere die rückläufige Industrieproduktion zusätzlich und hemme die private Investitionstätigkeit, so die Wirtschaftsweisen. Zugleich belaste die Abschwächung der globalen Konjunktur die deutsche Exportwirtschaft.

Staatliche Ausgaben stützen Wirtschaftswachstum

Für das Jahr 2027 rechnet der fünfköpfige Sachverständigenrat, der die Bundesregierung berät, mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,8 Prozent. Getrieben werde dies von staatlichen Milliardenausgaben zur Modernisierung der Infrastruktur. Die Inflationsrate dürfte laut Prognose der Wirtschaftsweisen im Jahr 2026 durchschnittlich 3,0 Prozent und im Jahr 2027 durchschnittlich 2,8 Prozent betragen. Der Iran-Krieg könnte andauern und die Öl- und Gaspreise könnten weiter hoch bleiben.

Das Risikoszenario der Wirtschaftsweisen

Der Sachverständigenrat hat auch ein “Risikoszenario“ erarbeitet. Angenommen wird, dass der Rohölpreis im Mai auf 120 US-Dollar je Barrel steigt, bis Oktober auf diesem Niveau verharrt und im zweiten Quartal 2027 unter 100 US-Dollar fällt – aktuell liegt der Ölpreis unter dieser Marke. Der Sachverständigenrat schätzt, dass das Bruttoinlandsprodukt in diesem Szenario im Jahr 2026 nur um 0,2 Prozent und im Jahr 2027 um 0,5 Prozent steigen dürfte. Die Inflationsrate würde dann im Jahr 2026 bei 3,5 Prozent und im Jahr 2027 bei 3,2 Prozent liegen.

Anstieg der Sozialbeiträge begrenzen

Der Sachverständigenrat schlägt Reformen vor, um den Anstieg der Beiträge in der Kranken- und Pflegeversicherung zu bremsen. Ansonsten würden die Sozialbeiträge ungebremst stark steigen. Wirtschaftsverbände beklagen zudem seit langem neben steigenden Sozialabgaben im internationalen Vergleich hohe Energiekosten, eine hohe Steuerlast, ein Übermaß an Bürokratie sowie lange Planungs- und Genehmigungsverfahren.


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