DIHK korrigiert Konjunkturprognose nach unten

27.05.2026 08:07 Uhr | Lesezeit: 3 min
Eine Schiffswerft der Landungsbrücken bei Sonnenuntergang im Hamburger Hafen.
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer erwartet für 2026 nur noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,3 Prozent(Symbolbild)
© Foto: mf-guddyx

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer erwartet für dieses Jahr lediglich ein minimales Wachstum, auch vom Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsweisen wird eine Korrektur der Prognose nach unten erwartet.

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer hat ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr deutlich gesenkt. Erwartet wird nur noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,3 Prozent – statt wie zuvor 1,0 Prozent. „Zu den Strukturproblemen in Deutschland kommen die wirtschaftlichen Folgen des Krieges im Nahen Osten hinzu. Geschwächt durch drei Jahre Rezession und Stagnation fühlen sich viele an ihrer Belastungsgrenze“, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov.

Geschäftslage so negativ wie zuletzt in der Pandemie

Die Stimmung unter Deutschlands Unternehmen habe sich im Frühsommer auf breiter Front eingetrübt, so die DIHK. In einer Konjunkturumfrage bewerteten die Unternehmen ihre Geschäftslage so negativ wie zuletzt in der Corona-Pandemie. Mehr als jedes vierte Unternehmen bezeichne seine Lage als schlecht, nur 23 Prozent als gut. Ein Drittel der Firmen rechne in den kommenden zwölf Monaten mit schlechteren Geschäften. Das seien acht Prozentpunkte mehr als noch zu Jahresanfang.

Hohe Energie- und Arbeitskosten sowie Bürokratie belasten

70 Prozent der Unternehmen nennen laut Umfrage als größtes Geschäftsrisiko Energie- und Rohstoffpreise. „Die zuletzt massiv gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise sind für viele Betriebe der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt“, so Melnikov. Der Kostendruck ziehe sich durch nahezu alle Wirtschaftszweige. Die schlechte Stimmung drücke auch auf die Investitionen. Nur 22 Prozent der Unternehmen planen, ihre Investitionsbudgets zu steigern, mehr als ein Drittel muss sie hingegen reduzieren. Knapp ein Viertel der befragten Betriebe plant laut Umfrage Personal abzubauen. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer forderte die Bundesregierung auf, jetzt schnellstens Energie- und Arbeitskosten sowie Steuern zu senken sowie Bürokratie und Berichtspflichten zurückzufahren.

Wirtschaftsweise legen Prognose vor

Der Sachverständigenrat – auch als Wirtschaftsweise bezeichnet – legen diesen Mittwoch, 27. Mai, in Berlin ihr Frühjahrsgutachten vor. Dabei dürfte der Sachverständigenrat seine Konjunkturprognose deutlich senken, so die Erwartung. Im vergangenen Herbst hatten die Ökonomen noch mit einem Plus des Bruttoinlandsprodukts von 0,9 Prozent gerechnet. Die Bundesregierung hatte vor einem Monat ihre Konjunkturprognose halbiert und erwartet in diesem Jahr nur noch ein Wachstum von 0,5 Prozent.


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