Ferienverkehr erhöht Staurisiko auf Deutschlands Autobahnen
Mit dem Ferienbeginn in mehreren Bundesländern startet die heiße Phase der Reisesaison. Millionen Urlauber sind in den kommenden Wochen auf den Autobahnen unterwegs. Gleichzeitig sorgen zahlreiche Baustellen für zusätzliche Engpässe auf wichtigen Fernstraßen.
Automobilclubs rechnen deshalb insbesondere an den Ferienwochenenden mit hohem Verkehrsaufkommen und teils langen Staus.
Rettungsgasse frühzeitig bilden
Eine der wichtigsten Regeln bei stockendem Verkehr bleibt die Bildung der Rettungsgasse. Sie muss bereits entstehen, sobald der Verkehr ins Stocken gerät – nicht erst dann, wenn Einsatzfahrzeuge sichtbar oder hörbar sind.
Die Rettungsgasse wird auf mehrspurigen Straßen grundsätzlich zwischen dem linken und den übrigen Fahrstreifen gebildet.
Wer Rettungsfahrzeuge behindert oder keine Rettungsgasse bildet, muss mit hohen Bußgeldern, Punkten in Flensburg und Fahrverboten rechnen.
Standstreifen bleibt tabu
Auch im Stau darf der Standstreifen grundsätzlich nicht als Ausweichroute genutzt werden. Er muss für Pannenfahrzeuge und Einsatzkräfte frei bleiben.
Ausnahmen bestehen lediglich, wenn Polizei oder Rettungskräfte entsprechende Anweisungen geben oder Fahrzeuge Platz für Einsatzkräfte schaffen müssen.
Vorsicht bei Stau-Umfahrungen
Navigationssysteme bieten häufig alternative Strecken an, um Verkehrsbehinderungen zu umgehen. Experten raten jedoch dazu, Umleitungsvorschläge sorgfältig zu prüfen.
Gerade in Ferienzeiten können auch Ausweichrouten schnell überlastet sein. Ist die Autobahn nicht vollständig gesperrt, kann das Verbleiben auf der ursprünglichen Route häufig die bessere Lösung sein.
Rechts überholen nur eingeschränkt erlaubt
Auf Autobahnen gilt grundsätzlich das Rechtsfahrgebot und das Überholen von rechts bleibt verboten. Bei stockendem Verkehr gibt es jedoch Ausnahmen.
Sind Fahrzeuge auf der linken Spur deutlich langsamer unterwegs, darf rechts unter bestimmten Bedingungen mit geringer Geschwindigkeitsdifferenz vorbeigefahren werden. Aggressive Spurwechsel oder riskante Fahrmanöver verschärfen dagegen oft die Verkehrssituation zusätzlich.
Wenden und Rückwärtsfahren bleiben verboten
Auch bei längeren Staus dürfen Fahrzeuge nicht wenden oder rückwärtsfahren. Dies gilt selbst dann, wenn die nächste Ausfahrt verpasst wurde.
Solche Manöver stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar und können mit Bußgeldern, Punkten und Fahrverboten geahndet werden.
Besonderheiten in Tunneln
Kommt es zu einem Stau im Tunnel, gelten erhöhte Sicherheitsanforderungen. Ausreichender Abstand, die Bildung einer Rettungsgasse und das Beachten von Durchsagen oder Hinweisschildern sind besonders wichtig.
Bei längerem Stillstand kann es sinnvoll sein, den Motor abzustellen. Dadurch werden Emissionen reduziert und die Belastung im Tunnel verringert.
Ruhe bewahren und vorausschauend fahren
Experten empfehlen, bei längeren Verzögerungen vor allem Ruhe zu bewahren. Unnötige Spurwechsel und hektische Fahrmanöver bringen meist keinen Zeitvorteil und können Staus zusätzlich verstärken.
Wichtig bleiben:
- frühzeitige Bildung der Rettungsgasse,
- ausreichend Sicherheitsabstand,
- vorausschauende Fahrweise,
- sowie die Nutzung aktueller Verkehrsinformationen.