KfW Research senkt Wachstumsprognose erneut

27.05.2026 09:55 Uhr | Lesezeit: 3 min
Verschieden hohe Münzstapel mit unterschiedlich hohen Pfeilsymbolen und Prozentzahlen als grafische Elemente im Vordergrund. Eine Hand hält eine Münze etwas oberhalb eines Stapels zwischen den Fingern
Die stark gestiegenen Energiepreise haben sich deutlich auf die Entwicklung der Inflation ausgewirkt
© Foto: LALAKA/stock.adobe.com

Die Ökonomen der KfW haben ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr erneut nach unten revidiert, für positive Impulse sorgt noch das Fiskalpaket der Bundesregierung.

Die deutsche Wirtschaft ist laut den Zahlen von KfW Research mit einem Wachstum von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal ins Jahr 2026 gestartet. Im Ranking der großen Euroländer hat sich Deutschland damit im ersten Vierteljahr auf Rang 2 hinter Spanien geschoben, dessen Wirtschaft um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal wuchs. Der Iran-Krieg trübe nun aber die Konjunkturaussichten deutlich ein. Die Ökonomen der KfW senken ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr daher erneut auf nun 0,7 Prozent (Februarprognose 1,5 Prozent; Aprilprognose 0,9 Prozent). Für 2027 erwartet KfW Research dann ein Wachstum von 1,3 Prozent (Februarprognose 1,8 Prozent, Aprilprognose: 1,4 Prozent).

Fiskalpakt sorgt für Wachstumsimpulse

Hauptgrund für die nach wie vor positive Wachstumserwartung für das Gesamtjahr und vor allem für 2027 sei „der Fiskalstimulus der Bundesregierung“, so KfW Research. Positive Wachstumsbeiträge sind 2026 somit vor allem von staatlichen Investitionen sowie dem Staatskonsum zu erwarten. Indirekt dürfte sich das „aber auch positiv im privaten Konsum niederschlagen“, heißt es weiter. Bei den Unternehmensinvestitionen und den Wohnungsbauinvestitionen rechnet KfW Research erst 2027 wieder mit auf Jahressicht positiven Beiträgen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP).


"Der Iran-Krieg war ein heftiger Nackenschlag für die deutsche Wirtschaft."

Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW


KfW erwartet wieder Wachstum ab dem dritten Quartal

„Der Iran-Krieg war ein heftiger Nackenschlag für die deutsche Wirtschaft. Wichtig ist nun vor allem, dass die Straße von Hormus wieder geöffnet wird. Damit rechnen wir bis etwa Ende Juni. Das würde die Energiepreise langsam drücken. Die Wachstumsrate der deutschen Wirtschaft dürfte dann im dritten Quartal wieder ins Positive drehen“, sagte Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. Für das zweite Quartal rechnet KfW Research mit einem leichten Rückgang des BIP.

Ökonomen erwarten Inflationsrate von 3,1 Prozent

Auch für den Euroraum revidiert KfW Research die Prognose nach unten: Für 2026 erwarten die Ökonomen ein Wachstum von 0,6 Prozent (Februarprognose 1,4 Prozent) und für 2027 von 1,0 Prozent (Februarprognose 1,8 Prozent). Die stark gestiegenen Energiepreise haben sich deutlich auf die Entwicklung der Inflation ausgewirkt. KfW Research hebt daher seine Inflationsprognose an. Die Ökonomen erwarten nun für Deutschland in diesem Jahr eine Inflationsrate von 3,1 Prozent und für die Eurozone von 3,0 Prozent. Im kommenden Jahr dürften die Verbraucherpreise mit 2,4 Prozent in Deutschland und 2,3 Prozent in der Eurozone weiterhin stärker steigen als von der Europäischen Zentralbank (EZB) gewünscht.


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