Die Weltbank rechnet global mit dem schwächsten Wachstum seit dem Beginn der Corona-Pandemie. Für 2026 schraubt das Institut seine Prognose um 0,1 Punkte auf 2,5 Prozent herunter, wie aus dem neuesten Bericht des Instituts hervorgeht. Im vergangenen Jahr war die globale Wirtschaft noch um 2,9 Prozent gewachsen. Grund für die Korrektur nach unten seien hohe Inflationswerte und steigende Energiepreise, nachdem der freie Schiffsverkehr in der Straße von Hormus infolge des Konflikts nahezu zum Erliegen gekommen waren.
Weltbank sieht steigende Inflationsgefahr
Die Energiekrise treibt die Inflation weiter an, die die Weltbank-Experten im laufenden Jahr bei 4,0 Prozent erwarten. Die Teuerungsrate lag 2025 noch bei 3,3 Prozent. Sollten die Versorgungsengpässe allerdings länger andauern als angenommen und damit die Weltwirtschaft noch stärker belasten, könnte die Inflation auf 4,4 Prozent steigen. Das weltweite Wachstum des laufenden Jahres könnte dann auf ein Plus von 1,3 Prozent abschmelzen, hieß es weiter.
Furcht vor einem lang anhaltenden Konflikt
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte schon im April seine Wachstumserwartungen für 2026 um 0,2 Punkte auf 3,1 Prozent nach unten korrigiert. Die Annahmen seien allerdings nur dann gültig, sofern der Krieg in Dauer, Intensität und Umfang begrenzt bleibe und die wirtschaftlichen Störungen bis Mitte 2026 abklingen würden, hieß es. „Bei zwei Drittel der Volkswirtschaften wurden die Wachstumsprognosen seit Januar nach unten korrigiert“, heißt es nun von der Weltbank.
Weltbank zeigt sich für 2027 optimistisch
Im kommenden Jahr dürfte die globale Wirtschaft insgesamt dann allerdings stärker zulegen: Statt 2,7 Prozent dürfte sie um 2,8 Prozent wachsen. Grund für die zumindest etwas bessere Entwicklung im kommenden Jahr und 2028 (Prognose: 2,8 Prozent) ist die Annahme, dass sich die Energieversorgung erholt, Regierungen ihre Geldpolitik lockern und der Handel wieder anzieht. Allerdings würde das Wachstum damit immer noch unter dem Durchschnittswert der 2010er-Jahre liegen. Der IWF rechnet unterdessen weiter für 2027 mit einem Plus von 3,2 Prozent.