Das Bundesverkehrsministerium stellt bis zum Jahr 2030 rund 1,7 Milliarden Euro für die Ausrüstung von Schienenfahrzeugen mit dem europäischen Zugkontrollsystem ETCS bereit, teilt die dpa mit: Zusätzlich sollen rund 482 Millionen Euro in die Ausstattung von Fahrzeugen für den Digitalen Knoten Stuttgart (DKS) fließen. Damit will der Bund die Einführung digitaler Leit- und Sicherungstechnik auf der Schiene voranbringen.
ETCS ist Schlüsseltechnologie für die digitale Schiene
Das European Train Control System (ETCS) bildet die technische Grundlage für die Digitalisierung der Schieneninfrastruktur in Deutschland. Mit dem System lassen sich Zugabstände digital überwachen und steuern. Dadurch können Streckenkapazitäten erhöht und Betriebsabläufe effizienter gestaltet werden, so die dpa. Perspektivisch werden klassische optische Signale auf entsprechend ausgerüsteten Strecken nicht mehr benötigt.
Für den flächendeckenden Einsatz reicht jedoch die Digitalisierung der Infrastruktur allein nicht aus. Auch die Schienenfahrzeuge müssen mit der erforderlichen Bordtechnik ausgestattet werden, damit ein kontinuierlicher Datenaustausch zwischen Zug und Infrastruktur möglich ist.
Fehlende Fahrzeugtechnik bremst die Digitalisierung
Die Ausrüstung der Fahrzeuge mit ETCS-Technik gilt derzeit als eine der größten Herausforderungen bei der Digitalisierung des Schienenverkehrs. Mit der neuen Förderrichtlinie will das Bundesverkehrsministerium diesen Engpass beseitigen.
Hohe Förderquoten für Ausrüstung und Nachrüstung
Nach Angaben des BMV sehe das Programm „Fördersätze von bis zu 60 Prozent bei Serienausrüstungen und bis zu 90 Prozent bei erstmals ausgerüsteten Fahrzeugtyp-Varianten im Rahmen einer First-of-Class-Ausrüstung (FoC) vor“.
Förderanträge können zeitnah bei der Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen eingereicht werden.
Weitere 482 Millionen Euro für den Digitalen Knoten Stuttgart
Zusätzlich zur bundesweiten Förderung unterstützt der Bund die Ausrüstung von Fahrzeugen im Zusammenhang mit dem Digitalen Knoten Stuttgart mit rund 482 Millionen Euro.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder sagte dazu: "Mit unserer Förderrichtlinie machen wir die Züge fit für eine digitalisierte Schieneninfrastruktur. Die neue digitale Technik sowohl in den Zügen als auch in der Infrastruktur ermöglicht eine Echtzeit-Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Leistellen. Für Bahnfahrerinnen und Bahnfahrer bringt das einen erheblichen Mehrwert: Die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit werden dadurch deutlich verbessert."
Am 30.07.2026 wird das BMV in einer Informationsveranstaltung für den Sektor die Förderrichtlinie vorstellen und alle Fragen rund um die Antragstellung, die förderfähigen Sachverhalte und die technische Ausgestaltung beantworten, wie das Ministerium mitteilt: Interessierte können sich unter ref-e15@bmv.bund.de anmelden und ihre Fragen vorab vorlegen.