Verdi plant Warnstreiks bei Autobahn GmbH und Landesstraßenbau

19.01.2026 14:57 Uhr | Lesezeit: 3 min
Detailaufnahme: Ein Beschäftigter mit einer Warnweste, auf der ein Verdi-Logo abgebildet ist, steht im Vordergrund (Symbolfoto)
Tausende Beschäftigte legen am 20. Januar Arbeit nieder. ver.di fordert 7 % mehr Lohn und bessere Bedingungen auf Autobahnen und Landesstraßen
© Foto: picture alliance / R. Goldmann | Ralph Goldmann

Branchenstreiktag Straße: ver.di ruft Beschäftigte zu Aktionen am 20. Januar in 18 Standorten auf. Verkehrseinschränkungen auf Autobahnen und Landesstraßen möglich.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ruft für Dienstag, 20. Januar 2026, zu einem bundesweiten Branchenstreiktag im Straßenbereich auf. Betroffen sind sowohl die Autobahn GmbH des Bundes als auch die Landesstraßenbauverwaltungen in mehreren Bundesländern.

Zwei große Tarifrunden als Auslöser

Hintergrund der Arbeitskampfmaßnahmen sind zwei parallel laufende Tarifverhandlungen: zum einen bei der Autobahn GmbH des Bundes, zum anderen im Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder. Aus Sicht von ver.di verlaufen beide Runden bislang zäh und ohne akzeptable Angebote.

Rund 14.000 Beschäftigte der Autobahn GmbH aufgerufen

Zum Streik aufgerufen sind etwa 14.000 Beschäftigte der Autobahn GmbH sowie mehrere Tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesstraßenbauverwaltungen. Bundesweit sind Warnstreiks, Protestaktionen und Kundgebungen an insgesamt 18 Standorten geplant.

ver.di: Arbeit auf der Straße ist systemrelevant

Christine Behle, stellvertretende Vorsitzende von ver.di und zuständig für beide Tarifbereiche, betont die Bedeutung der Beschäftigten:
„Straßen sind der Verkehrsträger Nummer eins in Deutschland. Tag für Tag sorgen Abertausende Beschäftigte für einen möglichst reibungslosen Verkehr auf Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen, auf Brücken und in Tunneln. Diese Leistung muss sich auch in der Bezahlung widerspiegeln.“

Forderung nach sieben Prozent mehr Lohn

In beiden Tarifrunden fordert ver.di eine Entgelterhöhung von sieben Prozent pro Monat, mindestens jedoch 300 Euro, um insbesondere die unteren Lohngruppen zu entlasten. Auch Auszubildende und Nachwuchskräfte sollen deutlich besser vergütet werden. Ergänzt werden die Forderungen durch branchenspezifische Regelungen.

Arbeitgeberangebote aus Sicht der Gewerkschaft unzureichend

Während die Autobahn GmbH bislang kein konkretes Angebot zur Entgelthöhe vorgelegt hat, präsentierte die Tarifgemeinschaft deutscher Länder in der zweiten Verhandlungsrunde lediglich eine aus Gewerkschaftssicht unzureichende und wenig konkrete Position.
„Da muss definitiv mehr kommen“, sagte Behle. „Attraktive Arbeitsbedingungen sind notwendig, um Fachkräfte zu halten und neue zu gewinnen.“

Warnstreiks an zahlreichen Standorten geplant

Am Dienstag sind Arbeitsniederlegungen unter anderem in Niederlassungen und Außenstellen der Autobahn GmbH in Städten wie Nürnberg, Rostock, Stuttgart, Hannover, Montabaur, Hamm, Gelsenkirchen, Köln, Kiel, Hamburg und Berlin vorgesehen.

Landesstraßenbauverwaltungen ebenfalls betroffen

Auch in den Landesstraßenbauverwaltungen sind Aktionen geplant, darunter in Straßenmeistereien sowie in Verkehrs- und Tunnelleitzentralen. Betroffen sind unter anderem Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Vollständige Tunnelstreiks in Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen sollen am Dienstagnachmittag alle 28 Landestunnel bestreikt werden. Verkehrseinschränkungen sind dort sowie in weiteren Regionen nicht auszuschließen. Für Notfälle wurden jedoch Notdienste vereinbart, um die Sicherheit jederzeit zu gewährleisten.

ver.di setzt auf Signalwirkung an Arbeitgeber

Mit dem gemeinsamen Branchenstreiktag will ver.di den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. „Wir fordern endlich verhandlungsfähige Angebote“, sagte Behle. „Ich hoffe sehr, dass dieses Signal verstanden wird.“


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