München digitalisiert Lieferzonen in der Innenstadt. Über eine App erhalten Nutzer Echtzeitinformationen zu freien Lade- und Lieferflächen. Das Pilotprojekt ist Teil der Strategie Münchens für eine effizientere urbane Logistik.
Die Landeshauptstadt München hat die öffentliche Testphase eines neuen Pilotprojekts gestartet, das Lieferzonen in der Innenstadt digitalisiert. Der Mobilitätsdienst stellt Logistikern und weiteren Nutzern Echtzeitinformationen über die Belegung der Flächen bereit.
Das Ziel ist unter anderem die Suche nach freien Bereichen zur An- und Ablieferung von Waren zu reduzieren und damit urbane Logistik effizienter zu machen, wie das Steinbeis Europa Zentrum mitteilt. Es ist Partner des EU-weiten Projekts metaCCAZE, an dem auch München über den Pilottest beteiligt ist.
So funktionieren die digitalen Lieferzonen in München
- 21 ausgewählte Liefer- und Ladezonen in der historischen Altstadt sowie im Umfeld der Fraunhoferstraße hat das Mobilitätsreferat der Stadt München mit intelligenten Sensoren ausgestattet.
- Diese Sensoren übermitteln Echtzeitdaten zur Belegung direkt an die kostenlose Mobilitäts-App mo2B. Das soll Nutzern ermöglichen, freie Lieferflächen schnell finden und gezielt ansteuern zu können.
- Die App für Lieferzonen verfügt über eine Navigationsfunktion, die die Anwender direkt zur nächstgelegenen geeigneten Fläche führen soll. So kann die Logistik auf der letzten Meile effizienter funktionieren.
- Zusätzlich hat die Stadt ausgewählte Lieferzonen in der Innenstadt mit einer deutlich sichtbaren Fahrbahnmarkierung „Lieferzone“ versehen. Auf diese Weise sollen sie besser erkennbar sein und das Bewusstsein bei allen Verkehrsteilnehmenden erhöhen.
Diese Liefer- und Ladezonen zeigt die App an
- Der Pilot umfasst die Münchner multifunktionalen 3L-Zonen – vorgesehen für Lade-, Liefer- und Servicetätigkeiten.
- Außerdem sind klassische Lade- und Lieferzonen (2L-Zonen) in der App mo2B enthalten.
- Die Lieferzonen-App zeigt alle verfügbaren 2L- und 3L-Zonen im Stadtgebiet an.
Wie die Echtzeitdaten den Wirtschaftsverkehr entlasten sollen
Das Ziel des Projekts: Mit Hilfe der Echtzeitinformationen über freie Stellflächen sollen die ausgewiesenen Lieferzonen weniger durch Parkplatzsuchende genutzt und damit zweckentfremdet werden. Ein weiterer Punkt ist, dass damit unnötiger Parksuchverkehr vermieden werden soll.
Vorteile durch den Mobilitätsdienst sehen die Projektpartner für Logistikunternehmen, Handwerksbetriebe und Pflegedienste.
„Mit diesem Pilotprojekt möchten wir sowohl die Nutzung als auch die Effizienz der Lieferzonen verbessern“, so Münchens Mobilitätsreferent Georg Dunkel zu den Vorteilen für den Wirtschaftsverkehr. Gerade in der Innenstadt herrsche hoher Parkdruck.
„Dank der Echtzeitinformationen finden Handwerksbetriebe, Pflegedienste und Lieferunternehmen schneller geeignete Haltemöglichkeiten, während Falschparken gezielter verhindert werden kann.“
Pilotprojekt für urbane Logistik soll europaweit nutzbar werden
Den Pilot setzt die bayerische Landeshauptstadt München mit mehreren Partnern im Rahmen des EU-weiten Projektes um:
- Smart City System stellt die Belegungssensoren bereit und betreibt sie.
- Stadtraum ist Anbieter und Betreiber der App mo2B
- die Technische Universität München (TUM) – begleitet und bewertet das Projekt wissenschaftlich
- DB Schenker will logistische Anwendungen und betriebliche Einsatzszenarien austesten.
Der Pilot erhält im Rahmen des Horizon-Europe-Projekts metaCCAZE eine Förderung. Das Projekt unterstützt laut dem Steinbeis-Zentrum Städte bei der Entwicklung von Lösungen für nachhaltige Mobilität und urbane Logistik, die europaweit übernommen werden können.
Um herauszufinden, welche Standorte am besten geeignet für den Pilottest sein könnten, hat München eng mit Kammern und Wirtschaftsverbänden zusammengearbeitet. Die Stadt wählte Lieferzonen in Bereichen mit besonders hoher Nachfrage durch den Wirtschaftsverkehr aus.
Der Pilot soll aufzeigen, welche Nutzergruppen das Angebot besonders intensiv nutzen und an welchen Stellen künftig weitere Lösungen erforderlich sein könnten.