Zum 1. Juli 2026 ist die nächste Stufe des EU-Mobilitätspakets in Kraft getreten. Damit wird die Tachografenpflicht auf leichte Nutzfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse von über 2,5 Tonnen im internationalen Güterverkehr und bei Kabotagefahrten ausgeweitet. Für diese Fahrzeuge gelten künftig auch die europäischen Vorgaben zu Lenk- und Ruhezeiten, die es nicht nur einzuhalten, sondern auch lückenlos nachzuweisen gilt. Gleichzeitig wird der Einsatz intelligenter Tachografen der zweiten Version (Smart Tacho 2) nun auch für diese Fahrzeugklassen Pflicht.
Überblick über Einsatzorte und -zeiten der Fahrzeuge
Die zentrale Herausforderung liege jetzt nicht darin, „einzelne Fahrzeuge aus- beziehungsweise nachzurüsten, sondern darin, die neuen Vorgaben insgesamt zuverlässig abbilden zu können“, erklärte Geotab, ein Anbieter von Lösungen für vernetzte Fahrzeuge und Asset-Management. Um die Nachweis- und Kontrollpflichten einzuhalten, sollten Unternehmen jederzeit einen vollständigen Überblick über Einsatzorte und -zeiten ihrer Fahrzeuge haben.
Fahrzeug- und Bewegungsdaten zentral erfassen
Entscheidend sei jetzt, dass „Flotten ihre bestehenden Prozesse kritisch überprüfen und auf eine durchgängige, konsistente Datengrundlage setzen“, erklärte Fabian Seithel, Associate Vice President Sales & Business Development EMEA bei Geotab. „Dazu gehört es, relevante Fahrzeug- und Bewegungsdaten zentral zu erfassen, sie miteinander zu verknüpfen und so aufzubereiten, dass sie bei Bedarf schnell und nachvollziehbar verfügbar sind.“ Einzellösungen, manuelle Nachweise oder nachträgliche Auswertungen „werden hier nicht mehr ausreichen“.
Telematikplattformen können unterstützen
Stattdessen können laut Seithel „integrierte Telematikplattformen unterstützen, indem sie Fahrzeugdaten automatisch zusammenführen, Fahrten und Einsatzzeiten dokumentieren und eine einheitliche Sicht auf Fahrzeugbewegungen und Standorte schaffen“. Flottenmanager, die leichte Nutzfahrzeuge in ihrem Fuhrpark führen „und sich bis dato noch nicht mit den neuen Regularien befasst haben, sollten schnell handeln“, empfiehlt Seithel.
Neue Unterweisungsmodule von LapID
Der Anbieter LapID erweitert sein bestehendes Portfolio für um zwei neue digitale Unterweisungsmodule:
- Lenk- und Ruhezeiten sowie zum
- digitalen Tachographen für Nutzfahrzeuge
Die neuen Unterweisungsmodule sollen verständlich erklären, worauf es bei Lenk- und Ruhezeiten ankommt, wie der digitale Tachograph richtig bedient wird und was bei der Dokumentation und Kontrolle zu beachten ist. Damit will LapID Unternehmen dabei unterstützen, Mitarbeiter gezielt zu sensibilisieren und Unterweisungen in bestehende Arbeitsabläufe einzubetten. Das Unternehmen nutzt dafür ein webbasiertes E-Learning-System, das orts- und zeitunabhängig eingesetzt werden kann, automatische Erinnerungen ermöglicht und absolvierte Unterweisungen rechtssicher dokumentiert.
Ganzheitlicher Ansatz für Fuhrparks
Man wolle Unternehmen einen ganzheitlichen Ansatz für Fuhrparks über 2,5 Tonnen geben, so LapID, zum Portfolio gehören:
- digitale Führerscheinkontrolle (mit verschiedenen Kontrollmethoden, z. B. per App, sowie der Überwachung von Fahrerlaubnisklassen, Schlüsselzahlen und Fahrerqualifizierungsnachweisen)
- weitere modulare Fahrerunterweisungen, (z.B. für Nutzfahrzeuge, zur Ladungssicherung oder für Gefahrguttransporte)
- digitale Fahrzeugverwaltung mit Dokumentenmanagement, UVV-Prüfung und Leasingmanagement
- Aufgaben- und Terminmanagement für Fahrer (z.B. für den Nachweis eines ADR-Scheins oder die Verlängerung der Fahrerkarte)
- Digitales Strafzettelmanagement
Viele Unternehmen sind betroffen
„Die neue Pflicht trifft längst nicht nur große Speditionen. Auch der Handwerksbetrieb, der gelegentlich grenznah unterwegs ist, muss seine Fahrer plötzlich zu Lenk- und Ruhezeiten unterweisen. Für sie alle gilt: Wer Fahrer, Fahrzeuge und Fristen zentral im Blick behält, gewinnt Verlässlichkeit und mehr Zeit für das Tagesgeschäft. Genau diesen Ansatz bauen wir mit den neuen Modulen weiter aus“, sagte Erik Sprenger, Head of Sales bei LapID. Besonders für Unternehmen mit Mischflotten, mehreren Standorten oder dezentralen Verantwortlichkeiten biete man einen Mehrwert: Abläufe lassen sich vereinheitlichen, Informationen schneller abrufen und Zuständigkeiten klarer zuweisen.