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Studie: Transportsektor könnte CO2-Emissionen bis 2050 halbieren

Der CO2-Ausstoß könnte in den kommenden Jahren deutlich zurückgehen - wenn die Voraussetzungen stimmen
© Foto: Fotolia/Bluedesign

CO2 ist zu einem Großteil für die von Menschen gemachte Erderwärmung verantwortlich und wird besonders im Straßenverkehr ausgestoßen. Einer Studie zufolge könnte der Transportsektor diese Emissionen deutlich eindämmen.


Datum:
19.11.2015
Autor:
Stefanie Nonnenmann
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Berlin. Der CO2-Ausstoß im Transportsektor könnte bis 2050 um die Hälfte reduziert werden - allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Das berichtet eine Forschergruppe um Felix Creutzig vom Berliner Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) im Fachmagazin „Science“. Entscheidend dafür könnten nachhaltige Lösungen im Stadtverkehr und Elektromobilität im großen Stil sein, erklärte der Leitautor. „Das ist extrem ambitioniert“, räumte er ein. Tatsächlich könnten sich die Emissionen nach aktuellen IPCC-Szenarien bis 2050 sogar verdoppeln. Als Vergleichsjahr gilt jeweils 2010.

Neben der Verbreitung von E-Autos seien Investitionen in die Infrastruktur nötig - etwa in neue Gleise oder schnelle Radwege. Und: „E-Mobilität muss im weiteren Sinne gedacht werden. Dazu gehören neben E-Fahrrädern auch entsprechende Carsharing-Angebote“, sagte Creutzig. Der genannte Transportsektor umfasst nach seinen Angaben sowohl den Verkehr auf der Straße als auch den auf der Schiene, in der Luft und zu Wasser. Für die Erhebung werteten die Forscher Szenarien des Weltklimarates IPCC und eines Modells zur Bewertung des Treibhauseffekts aus. Zudem schauten sie sich spezielle Daten zu einzelnen Bereichen wie etwa dem Personenverkehr an Land an.

Forderung nach höheren CO2-Preisen im Emissionshandel

„Effizienzsteigerungen der herkömmlichen Automobilflotte werden nach 2025 schwieriger“, sagte Creutzig. Um die Halbierung der CO2-Emissionen im genannten Zeitraum zu erreichen, müssen ihm zufolge unter anderem die CO2-Preise im Emissionshandel deutlich erhöht und die Grenzwerte für den Ausstoß gesenkt werden. In diesem Jahr müssen Autohersteller in der EU bei ihrer Pkw-Flotte im Durchschnitt einen Grenzwert von 130 Gramm CO2 pro Kilometer erreichen. Bis 2021 sinkt der Durchschnittsgrenzwert auf rund 95 Gramm Kohlendioxid, bis 2025 sind es rund 89 Gramm. Nach Angaben Creutzigs müsste allein der Wert 2025 aber schon auf etwa 70 Gramm reduziert werden, um zu den genannten CO2-Einsparungen zu kommen.

Der Straßenverkehr verursacht nach Angaben des Umweltbundesamts rund 17 Prozent aller Treibhausgas-Emissionen in Deutschland - hier spielt CO2 die größte Rolle. Es gibt zwar immer sparsamere Motoren, zugleich aber immer größere Autos und mehr Lkw-Transporte.

Eine Begrenzung des Temperaturanstiegs auf unter zwei Grad ist nach IPCC-Auskunft möglich, wenn der Ausstoß aller Treibhausgase weltweit bis 2050 um 40 bis 70 Prozent geringer sein wird 2010. Im Jahr 2100 dürften nahezu keine Treibhausgase mehr emittiert werden. (dpa)

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