Studie sieht Nachholbedarf bei KI in der Logistik

10.07.2026 08:54 Uhr | Lesezeit: 3 min
KI allein reicht für bessere Lieferketten nicht aus
Eine Studie hat herausgefunden: KI allein reicht für bessere Lieferketten nicht aus
© Foto: Zebra

Viele Logistiker setzen auf KI, schöpfen das Potenzial aber nicht aus. Laut Zebra werden Weiterbildung und Führung zum entscheidenden Erfolgsfaktor.

Studie: Logistik muss stärker in Menschen investieren

Künstliche Intelligenz gilt als einer der wichtigsten Hebel für effizientere Lieferketten. Doch viele Logistikunternehmen schöpfen das Potenzial neuer Technologien noch nicht vollständig aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Zebra Technologies und Oxford Economics.

Demnach verfolgen viele Unternehmen zwar das Ziel, mithilfe von KI Prozesse zu optimieren und das Kundenerlebnis zu verbessern. Zwischen den Erwartungen und den tatsächlich erzielten Ergebnissen besteht jedoch weiterhin eine deutliche Lücke.

Liefer- und Außendienst bleiben Problemfelder

Besonders groß ist der Handlungsbedarf nach Einschätzung der Befragten in den Bereichen Zustellung und Außendienst. Viele Führungskräfte sehen dort erhebliches Verbesserungspotenzial, berichten aber gleichzeitig von bislang begrenzten Fortschritten.

Die Studie macht deutlich, dass technologische Innovation allein nicht ausreicht. Entscheidend sei, wie die Systeme im Arbeitsalltag der Mitarbeitenden eingesetzt werden.

KI soll Entscheidungen direkt vor Ort unterstützen

Im Fokus stehen zunehmend Anwendungen, die Informationen unmittelbar am Einsatzort bereitstellen. Durch die Kombination von Datenerfassung, Sensorik, Kameratechnik und Künstlicher Intelligenz entstehen Systeme, die Prozesse in Echtzeit analysieren und Handlungsempfehlungen liefern.

Mögliche Einsatzbereiche sind:

  • Bestandskontrolle,
  • Verlustprävention,
  • Kommissionierung,
  • sowie Zustellprozesse.

Ziel ist es, operative Entscheidungen schneller und präziser zu machen.

Weiterbildung wird zum Erfolgsfaktor

Nach Ansicht von Zebra hängt der Erfolg der KI-Einführung nicht allein von der Technologie ab. Ebenso wichtig seien Schulung, Qualifizierung und die Akzeptanz der Mitarbeitenden.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Unternehmen stärker investieren sollten in:

  • Weiterbildung,
  • digitale Kompetenzen,
  • sowie die aktive Begleitung von Veränderungsprozessen.

Nur so lasse sich der Nutzen neuer Technologien langfristig ausschöpfen.

Digitalisierung verändert Lager und Zustellung

Bereits heute kommen in verschiedenen Bereichen KI-gestützte Anwendungen zum Einsatz. Dazu gehören etwa Bildverarbeitungssysteme in Sortierzentren, intelligente Scanner oder digitale Assistenzsysteme für Lager- und Transportprozesse.

Moderne Lösungen können unter anderem:

  • beschädigte Sendungen erkennen,
  • Abläufe auf Förderanlagen überwachen,
  • mehrere Barcodes gleichzeitig erfassen,
  • oder Zustellnachweise automatisiert dokumentieren.

Dadurch lassen sich Fehler reduzieren und Prozesse beschleunigen.

Frontline-Mitarbeiter rücken stärker in den Fokus

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung: Die Digitalisierung der Logistik wird künftig stärker auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden an der operativen Front ausgerichtet.

KI soll dabei nicht nur Abläufe automatisieren, sondern Beschäftigte aktiv unterstützen und repetitive Aufgaben reduzieren. Dadurch könnten Produktivität und Arbeitszufriedenheit gleichzeitig steigen.

Bedeutung für Transport und Logistik

Für die Logistikbranche zeigt die Studie einen klaren Trend: Der Wettbewerbsvorteil entsteht künftig nicht allein durch neue Technologien, sondern durch deren erfolgreiche Verbindung mit qualifizierten Mitarbeitenden.

Neben Investitionen in KI gewinnen deshalb Themen wie:

  • Personalentwicklung,
  • Change Management,
  • digitale Kompetenzen,
  • und moderne Führungskonzepte

zunehmend an Bedeutung.

Die erfolgreiche Transformation der Logistik hängt damit ebenso von Menschen wie von Technologie ab.


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