Steigende Zahl an Insolvenzen als Folge des Iran-Krieges

22.04.2026 09:59 Uhr | Lesezeit: 3 min
Besorgter Geschäftsmann im Büro
Allianz Trade hat in seiner globalen Insolvenzstudie die Prognosen deutlich nach oben korrigiert und erwartet einen deutlichen Anstieg der Insolvenzen (Symbolbild)
© Foto: Nes/GettyImages

Der Kreditversicherer Allianz Trade in seiner aktuellen globalen Insolvenzstudie mit steigenden Insolvenzzahlen, auch für Deutschland werden mehr Fälle erwartet.

Unternehmensinsolvenzen gefährden nach Einschätzung des Kreditversicherers Allianz Trade dieses Jahr mehr als 200.000 Arbeitsplätze allein in Deutschland. Das teilte die Allianz-Tochter aus Paris und Hamburg mit, die einen Ausblick über internationale Insolvenzen veröffentlicht hat. Es handelt sich bei der Zahl um eine Hochrechnung, also eine Schätzung auf Datenbasis. „Schon jetzt hat der Nahost-Konflikt auf Deutschland deutliche Auswirkungen, und auch der US-Handelskrieg ist längst nicht vorbei“, sagte Milo Bogaerts, der Chef von Allianz Trade in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Prognose deutlich nach oben korrigiert

Allianz Trade hat in seiner aktuellen globalen Insolvenzstudie die Prognosen für die Jahre 2026 und 2027 im Zuge des Konflikts deutlich nach oben korrigiert. In Deutschland rechnet der Kreditversicherer damit, dass die Zahl der Insolvenzen zum Vorjahr um 2,4 Prozent auf 24.650 Fälle zunehmen wird. „Das wäre der höchste Stand seit 14 Jahren“, sagte Bogaerts. Laut dem Statistischen Bundesamt hatten die deutschen Amtsgerichte vergangenes Jahr 24.064 Fälle registriert – was einem deutlichen Plus um 10,3 Prozent entsprach. Alles in allem geht Allianz Trade davon aus, dass Unternehmensinsolvenzen international um sechs Prozent steigen werden. Vor dem Konflikt lag die Prognose noch bei einem Anstieg der Fallzahlen um drei Prozent.

Hoher Druck auf energieintensive Sektoren

Der Konflikt verschärfe den Druck auf energieintensive Sektoren wie Transport, Chemie und Metall, sagte Firmenchefin Aylin Somersan Coqui. „Es hängt jetzt alles von der Dauer des Nahostkonflikts ab“, sagt Bogaerts. „Die Abwärtsrisiken sind aktuell hoch. Im Worst Case Szenario – 35 Prozent Wahrscheinlichkeit, so Allianz Trade – bei einer weiteren Eskalation und einem länger anhaltenden Konflikt gehen wir mit vier Prozent von einem doppelt so hohen Insolvenzanstieg aus. Das wären mit insgesamt 24.994 Insolvenzen dann nochmals 344 Fälle mehr als wir aktuell erwarten“, so die Prognose für Deutschland.

Umkehr der Entwicklung erwartet

Nächstes Jahr erwartet Allianz Trade in Deutschland eine Umkehr der Entwicklung: Die Insolvenzen sollen um zwei Prozent auf 24.150 Fälle zurückgehen. Nach Einschätzung des Versicherers werden kriegsbedingte Belastungen abnehmen und Konjunkturmaßnahmen die Wirtschaft ankurbeln.


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