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Steigende Kraftstoffpreise: IRU beschließt Notfallplan

Seit Anfang des Jahres sind die Dieselpreise weltweit um 63 Prozent gestiegen - die IRU sieht Handlungsbedarf
© Foto: Christin Klose / dpa Themendienst / picture-alliance

Es geht um die hohen Kraftstoffpreise und ihre derzeitigen Schwankungen, aber auch um Dekarbonisierung und nachhaltige Entwicklung. Der international zusammengeschlossene Straßentransport schlägt den Regierungen 17 konkrete Maßnahmen vor.


Datum:
19.05.2022
Autor:
Janis Leonhardt/Stefanie Schuhmacher
Lesezeit: 
3 min
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Die International Road Transport Union (IRU), hat einen 17-Punkte-Notfallplan für Regierungen zur Bewältigung der steigenden Kraftstoffpreise und ihrer Auswirkungen auf Verkehrsnetze, Energiesicherheit und Dekarbonisierungspläne vorgelegt. Die Dieselpreise sind seit Januar 2021 weltweit um 63 Prozent gestiegen. Seit dem Ukraine-Krieg sind sie in die Höhe geschnellt und ein Ende der Volatilität ist nicht in Sicht. Die Kraftstoffpreiserhöhungen haben die Gewinnspannen der Verkehrsunternehmen innerhalb von zwei Monaten um 9 Prozent gedrückt, wobei die Nettogewinnspannen oft nur 3 Prozent betragen, so die IRU.

„Die Straßenverkehrsunternehmen stehen vor einem Liquiditätsengpass, insbesondere die 90 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen. Die Volatilität der Dieselpreise und die unflexiblen Geschäftsbedingungen bedeuten, dass sie wenig Handlungsspielraum haben und die Zahl der Insolvenzen steigt. Dies wird die Kapazität und Effizienz des Straßenverkehrsnetzes beeinträchtigen und sich auf die Lieferketten, die Inflation und die Gesamtwirtschaft auswirken. Wir müssen jetzt handeln.“, sagte Radu Dinescu, Präsident der IRU.

IRU schlägt konkrete Maßnahmen vor

Der IRU-Sofortplan umfasst 17 staatliche Maßnahmen zur Unterstützung der Straßenverkehrsunternehmen, insbesondere um Kraftstoffpreisschwankungen abzumildern und Dekarbonisierungs-Pläne an die neuen Gegebenheiten der zunehmenden Energieunsicherheit anzupassen. Unter anderem fordert die IRU einen Mechanismus zur Anpassung der Kraftstoffverbrauchssteuer für gewerbliche Transportunternehmen, um kurzfristige Sicherheit zu schaffen und einen Zusammenbruch der Straßenverkehrsnetze sowie fortschreitende Inflation zu vermeiden. In Deutschland zum Beispiel würde eine vorübergehende Senkung der Verbrauchssteuer um 87 Prozent in diesem Monat bedeuten, dass ein Unternehmen ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt, anstatt Verluste zu machen. Aufgrund der enormen Unterschiede von bis zu 96 Prozent fordert die IRU außerdem, dass alle gewerblichen Verkehrsträger die gleiche Kraftstoffsteuer zahlen, um die Dekarbonisierungspläne auf Kurs zu halten und effiziente Maßnahmen wie eingesetzte Öko-Lkw zu beschleunigen.

Klimaschutz statt Marktverzerrung

Angesichts der zunehmenden Energieunsicherheit und des wachsenden Ungleichgewichts zwischen Kraftstoffangebot und -nachfrage müssen auch alle alternativen und bestehenden Kraftstoffe mit niedrigem oder gar keinem CO2-Ausstoß in Betrieb bleiben. Die Regierungen sollten ihre Dekarbonisierungspolitik sorgfältig überprüfen, um schrittweise auf erneuerbare Kraftstoffe umzustellen., Dabei sollten sie über den Einsatz batteriebetriebener Elektrofahrzeuge hinausgehen und Marktverzerrungen wie Straßenbenutzungsgebühren und Nullemissionszonen abbauen, die bestimmte kohlenstoffarme Kraftstoffe wie Biodiesel und Bio-LNG ausschließen.

„Der Notfallplan der IRU lenkt die Maßnahmen der Regierung in Schlüsselbereichen, um sicherzustellen, dass der Straßenverkehr weiterhin das Wirtschaftswachstum und die soziale Gesundheit unterstützt, eine übermäßige Inflation verhindert und unsere Industrie und den Verkehr im Allgemeinen auf dem richtigen Weg hält, um unsere Dekarbonisierungsziele zu erreichen.", erklärte Umberto de Pretto, Generalsekretär der IRU. Die Dringlichkeitsentschließung wurde von den IRU-Mitgliedern unter Mitwirkung des gewerblichen Straßenverkehrssektors in allen Regionen der Welt angenommen. (jl/ste)

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